Wohnung sollte spätestens nach 50 Jahren komplett neu verkabelt werden?

Diskutiere Wohnung sollte spätestens nach 50 Jahren komplett neu verkabelt werden? im Elektroinstallation und Elektrotechnik Forum im Bereich Der Innenausbau; Hallo, in meiner kleinen Eigentumswohnung ist ein Austausch der halbdefekten alten Nachtspeichergeräte gegen neue, moderne Geräte fällig. Da es in...

  1. #1 williwuff, 20.01.2021
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    Hallo, in meiner kleinen Eigentumswohnung ist ein Austausch der halbdefekten alten Nachtspeichergeräte gegen neue, moderne Geräte fällig. Da es in der Eigentümergemeinschaft keine Mehrheit für einen Wechsel auf Gasheizung oder andere Alternativen gibt, bleibt nichts anderes übrig. Nun hatte ich kürzlich einen Termin mit einem Elektriker. Dieser meinte, es reiche nicht, die Heizkörper auszutauschen, sondern sämtliche Stromleitungen sollten in der Wohnung erneuert werden. Auf meine Nachfrage erklärte er mir, dies wäre nicht während der neuen Nachtspeicher-Heizkörper notwendig. Sondern weil die Stromkabel in den Wänden bei einem ca 50 Jahre alten Haus vermutlich schon brüchig sein und früher oder später aus Sicherheitsgründen komplett erneuert werden müssen. Für mich war dies natürlich eine böse Überraschung, weil es würde bedeuten, dass die ganze Wohnung ausgeräumt, die Wände geöffnet, neue Kabel verlegt, die Wände verputzt, neu gestrichen werden müsste, usw. usw. Er meinte auch, ich würde sicher einen anderen Elektriker finden, der nur die Nachtspeicher-Heizkörper austauscht und nur die Verkabelung im Sicherheitskasten anpasst. Aber seiner Meinung nach wäre die Komplett-Lösung viel besser.
    Frage: ist es wirklich notwendig dass alle paar Jahrzehnte die Elektrokabel in den Wänden ausgetauscht werden müssen?
    Für Antworten danke im Voraus
     
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  3. #2 Spaxoderwas, 20.01.2021
    Spaxoderwas

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    Hallo,
    kann man generell so nicht sagen. Nur mit Erweiterungen wird es dann schwierig, weil solche alten Anlagen den heutigen Normen nicht mehr entsprechen. Betrieben werden dürfen sie unter Umständen noch, erweitert meistens nicht mehr.
     
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  4. sep

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    Hallo,
    ja könnte sein muss aber nicht, hat er sich den die Anlage mal angesehen z.B. Verteilerkasten geöffnet, demnach müssten alle Wohnsiedlungen, die wir in den 70 gemacht haben alles aus den Wänden reisen und neu machen, gut die Stegleitungen, die von den Elektriker verlegt wurden, war auch nicht der Hit.
    Sieh mal hier da steht etwas von Bestandschutz https://www.weka.de/elektrosicherheit/bestandsschutz-bei-elektrischen-anlagen/

    Gruß,
     
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  5. eli

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    Die Einschlägigen Normen, Fachartikel und Verbände schreiben immer was von durchschnittlichen Lebensdauer einer E-Anlage zwischen 25-35Jahre

    Dies bezieht sich aber nicht auf die Kabel an sich sondern liegt u.a. auch daran das sich die Ansprüche und Anforderungen der Bewohner und Geräte enorm geändert hat in der Zeit. Auch gibt es mittlerweile höhere Schutzmaßnahmen als damals.

    Um zu schauen ob die Kabel in der wand wirklich eine Erneuerung bedürfen gibt es zum einen eine Messung nach VDE, hier werden dann u.a die Isolationswerte der Kabel / Adern untereinander gemessen und bewertet und durch in Augenscheinnahme der gesamten Anlage eine Empfehlung ausgesprochen.

    Ich kennen Anlagen die gehen nun auf die 70Jahre zu die Top ( Messungen und Inspektion ) sind aber auch Anlagen die nach 10Jahren schon ab gerockt sind und miese werte haben

    Irgendwann ist es immer so weit, gerade wenn viel Stegleitung verlegt wurde gehen die Werte oft nach Jahren in den Keller. Wenn du Glück hast könnte sogar ne Leerrohrinstallation bei dir sein, dann kann man auch neue Adern einziehen.

    Aber dies kann man nur Vor Ort bewerten. Bilder vom Zähler / Verteilung könnten einen groben Eindruck verschaffen. Wenn das schon mies ausschaut ist es hinten meist nicht rosiger

    Ich würde einen Elektriker mit einer Messung nach VDE 0105-100 oder auch E-Check beauftragen. Beides das selbe nur das der E-Check nur von bestimmten Personen gemacht werden darf. Kein Garant das sie besser sind als der normale Elektriker sondern es bedeutet das die Firma zahlt um das E-Check Siegel kleben zu dürfen. Verkaufsmasche ;) Ich stecke das Geld lieber in ein gutes Messgerät :D

    Mit dieser Prüfung erhältst du ein Protokoll welches man im Netz auch finden kann, eine gesamt Bewertung der Anlage und eine Empfehlung. Damit kannst du dann arbeiten wenn der Prüfer was taugt. Bei rückfragen zum Protokoll bzw prüfen ob es so richtig gemacht wurde können wir dich ein wenig unterstützen da hier ein paar Elektriker Unterwegs sind
     
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  6. #5 williwuff, 21.01.2021
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    Besten Dank für die Hinweise!
    Höhere Ansprüche gibt es nicht, die alten Heizkörper sollen durch neue ersetzt werden, ebenfalls 6000, bzw. 2000 Watt. Den E-Check werde ich mal nachfragen.
    Der eine Elektriker, welcher sich den Sicherungskasten angeschaut hat, fand dies nicht sonderlich interessant, sondern hat mir anschließend ohne weitere Kommentare ein Angebot über neue Nachtspeicher-Heizgerät plus Arbeitslohn geschickt.
    Der andere Elektriker will zusätzlich die ganze Verkabelung in den Wänden erneuern (s. o. -> Eingangsthread). Zumindest müsste aber noch ein FI-Schalter eingebaut werden. Nachdem was ich jetzt im Web gelesen habe, fehlt der aber ohnehin: das Haus ist Baujahr 1970, vor ca. 10 Jahren wurde eine Elektroheizung im Bad eingebaut, aber ohne FI-Schalter. Ich lade mal ein Foto von dem Sicherungskasten hoch.
    Gruß, Bernd
     

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  7. eli

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    Der Sicherungskasten sollte mal saniert werden, die verbauten Leitungsschutzschalter sind Typ H (nennt man unter Fachleuten auch H wie Hausbrand) welche seit ende der 70er nicht mehr in den Normen enthalten sind
    Wenn die Installation selbst schon TN-S ist, also alles mit Schutzleiter dann kann man auch gleich FI´s mit verbauen

    Lasse mal die Messung machen, dann weiste mehr


    Ist auch nicht notwendig gewesen da die Heizung fest angeschlossen ist würde ich schätzen
     
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  8. dirk11

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    Anders gesagt: der Elektriker, der zur kompletten Sanierung geraten hat, war zumindest aus technischer Sicht der Vertrauenerweckendere, denn er hat völlig zu Recht benannt, daß es einen über den potentiellen Auftrag hinausgehenden Sanierungsbedarf gibt.
     
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  9. #8 Spaxoderwas, 22.01.2021
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    Hallo,
    wenn eine Wohnung sowieso gerade komplett renoviert werden soll und möglicherweise auch noch ein neues Bad bekommt, sollte die E Installation mit erneuert werden, was übrigens oft genug nicht gemacht wird.
    Dann muss auch die Unterverteilung mit raus, weil ein Aufteilen auf mehrere RCDs in den alten Dingern aus Platzgründen idR. nicht möglich ist.
    Eine Anlage aus den 70er ist m.E. nicht per se ein Fall für eine komplette Erneuerung.
     
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  10. sep

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    Soviel ich weiß kann man da mal so schnell nichts erneuern (Nachtspeicher selber mal ausgenommen) hier ist die Rede von Eigentümergemeinschaft und was die Stromversorgung angeht gehört das zur "Bausubstanz", da muss wohl der Eigentümerverein das auch erst mal absegnen.
     
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  11. pinne

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    ..., denn da wurden mehradrige Litzen nicht mehr vernagelt ,sondern schon NYM Kabel eingeritzt/geschlitzt . Mit gutem Kupferanteil .
    Im anderen Teil waren da Alu-Leitungen in Mode .
     
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  12. #11 Schnulli, 22.01.2021
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    Die Verkabelung ist spätestens ab Wohnungsverteilung im Sondereigentum, evtl. Sogar schon vorher ab Wohnungszähler.
     
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  13. #12 Spaxoderwas, 22.01.2021
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    Hallo,
    @Schnulli
    ja , ab Zähler, aber die Zuleitung zur Wohnung läuft idR. durch gemeinschaftliches Eigentum und wäre nicht so einfach zu tauschen. Ich hatte das jetzt bei zwei Kellerräumen in so einem Haus. Neben den Vorsicherungen für die Wohnung, war noch ein Automat für den Keller. Soweit, so gut. Der Keller wurde neu verdrahtet und bekam einen FILS , weil ich die Zuleitung nicht tauschen konnte. Die Erneuerung aller Zuleitungen zu den Kellerräumen muss in der Eigentümergemeinschaft beschlossen werden. Einfach kann jeder.
     
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  14. #13 williwuff, 22.01.2021
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    Danke für den Hinweis.
    Typ H wie Hausbrand klingt wirklich nicht gut.

    Abschließend noch mal eine laienhafte Frage: reicht dann ein einziger FI-Schalter für die ganze Wohnung aus?
    Oder muss nachträglich noch ein zweiter fürs Badezimmer installiert werden (wurde bei dessen Erneuerung 2006 anscheinend nicht für nötig gehalten)?
    Der Heizkörper dort, mit Stecker. könnte vielleicht auch mal problematisch werden, wenn Wasser von der Dusche oder vom Waschbecken zufällig in Richtung der Steckdose spritzt? Oder sind das übertriebene Bedenken?
     

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  15. #14 Spaxoderwas, 22.01.2021
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    Hallo,
    VDE sagt, nach Ansprechen eines RCD darf nicht die gesamte Anlage dunkel sein, bedeutet also mehr als einen RCD zu verbauen.
     
  16. eli

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    Wenn die Steckdose vorher da war, genauer vor 1984 darf der FI entfallen. Sonst hätte er verbaut werden müssen
     
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