Wand ebnen - Oberputz - Art - Kantengestaltung

Diskutiere Wand ebnen - Oberputz - Art - Kantengestaltung im Tapeten und Wandbeläge Forum im Bereich Der Innenausbau; Hallo Forumsmitglieder! Nach langem Mitlesen habe ich hier schon viele sehr gute Tipps und Anregungen erhalten - dafür ein großes Kompliment und...

  1. #1 Longhefe, 13.02.2020
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    Hallo Forumsmitglieder!

    Nach langem Mitlesen habe ich hier schon viele sehr gute Tipps und Anregungen erhalten - dafür ein großes Kompliment und Danke :D

    Kurz zu mir und der Situation:
    Ich Bj. 77 / Kauf Haus, Bj. 66 ( UG / EG / OG) jeweils ca. 90 m² + DG als Abstellraum mit niedriger Deckenhöhe.
    Aktuell Komplettrenovierung EG, Wohnen im OG, anschließend Wechsel
    Ich bin handwerklich begabt und mache so gut wie alles selbst (außer Estrich und Fenstereinbau)
    - habe den Umbau natürlich komplett unterschätzt :eek: (von Zeit, Aufwand, Rechercheaufwand usw.) kämpfe mich aber tapfer durch jedes Gewerk :cool: und habe zum Glück keinen wirklichen Zeitdruck

    bisher: Komplettentkernung / Grundrissanpassungen / neue Fenster / Wasser+Abwasser komplett neu / Elektro-lerrohre eingebracht / Wände mit Grundputz ausgeglichen bzw. verputzt / FBH verlegt und aktiv / neuer Zementestrich drin

    Nun zu meiner Putzsituation wo ich leider nicht schlüssig weiter komme:

    Ich habe losen Putz teilweise entfernt, Wände hinzugefügt, Wände entfernt (nicht tragend), teilweise mit Porenbeton vorgemauert um die überstehenden aufgesetzten Rollladenkästen der neuen Fenster auszugleichen und so sah die Wandoberfläche im Erdgeschoss dann auch aus -> ein buntes Sammelsurium an Oberflächen, Kratern, Mauerteinen (Bims-Hohlblocksteine und Porotonsteine) :eek:

    Nach erfolgtem Anputzen, Putzausbesserungen, Elektroschlitzen zuputzen (ich habe bisher keine Gips-basierten Putze/Spachtelmassen verwendet) und teilweise Neuverputzen der Innenwände stehe ich nun vor der Herausforderung die Wände mit einem Oberputz möglichst glatt zu bekommen - ich will mich nicht drin spiegeln aber auch nicht zwingend Tapete aufbringen eher eine gut glatte Putzoberfläche und streichen - zur Not und wenn sinnvoll auch mit Malervlies.

    1. Die mit Porenbeton aufgemauerten Außenwände habe ich mit Kalkputz neu verputzt
    diese sind eben, aber nicht glatt
    -> Planung, mit Kalkglätte drüber gehen

    2. Einige neue Wände im Innenbereich habe ich mit Kalkzementputz komplett neu verputzt
    diese sind eben, aber nicht glatt
    -> Hier plane ich mit einem Oberputz drüber zu gehen oder auch Kalkglätte

    3. Einige Wände sind nur angeputzt, soll heißen teilweise ist der Bestandsputz dran geblieben und zugenmauerte Türen und Fehlstellen etc. wurden mit Kalkzementputz neu verputzt (es gibt also einen minimalen Übergang zum Bestandsputz)
    Die Wände sind teilweise nicht sehr eben (ist eher dem Bestandsputz geschuldet) sondern leicht wellig (lange Wellen von ca. 1m Länge, und max. ca. 0,5cm Tiefe - teilweise horizontal, teilweise vertikal
    -> Hier möchte ich ebenfalls nochmals mit einem ausgleichenden Oberputz drüber gehen

    Nun zu den sich mir stellenden Fragen:

    1. Welche Oberputze sind für die drei Szenarien oben zu empfehlen (Art / Körnung)

    2. Wie gehe ich an Kanten vor, bei Auftrag von Oberputz oder Kalkglätte bzw. anderen von Euch vorgeschlagenen Spachtelmassen?
    Ich habe an den Kanten (Durchgänge/Fenster) mit Kantenschutz (verzinktes Metall, die aus dem Hornb...) gearbeitet um mich beim Abziehen leichter zu tun.
    Der Oberputz trägt in der Dicke ja erneut x mm auf, muss hier ein neuer weiterer Kantenschutz gesetzt werden?
    Die Metallkanten sind jetzt schon leicht rundlich, wie kann ich vermeiden, dass diese noch rundlicher werden?
    3. An Materialübergängen und vom Bauchgefühl her kritischen Stellen habe ich im Grundputz Gewebe eingebettet
    Ist es sinnvoll den kompletten Oberputz oder in einigen der 3 Szenarien nochmals mit Gewebe flächig auszuführen?

    Puhhh, das war viel Text, wenn Infos fehlen bitte nachfragen.
    Ich bin für jeden Tipp und jeden Vorschlag schon jetzt dankbar :)

    Grüße
    Longhefe (Thomas)

    Bespiele Kanten / Neuputz und angeputzt (das bläuliche ist gestrichener Haftgrund):

    IMG_20200113_204517.jpg
    IMG_20200213_225122.jpg IMG_20200213_225204.jpg
     
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  3. #2 Niedersachse, 16.03.2020
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    Ist das noch aktuell? Wenn ja, habe ich einige Ideen.
     
  4. #3 Longhefe, 16.03.2020
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    Hallo Niedersachse,

    tiels teils - ich bin schon bei der Umsetzung... aber Ideen sind immer willkommen :)

    Aktuell habe ich bei den Bestandswänden kleinere Buckel mit dem Betonschleifer geebnet, mit Tiefengurnd gestrichen, danach mit K***f R*tkalk Fein (darf man hier eigentlich Marken reinschreiben?) die großen Buckel/Täler möglichst geebnet und werde nachdem ich die Profile für die abgehängte Decke montiert und die Leerrohre zum Verteiler gezogen habe nochmals mit Kalkglätte über die Wände gehen - so der Plan...

    Im Bad habe ich statt dem vorgenannten "Kalkputz Fein" "Kalkzementputz Fein" zum Ebnen verwendet. Hier plane ich dann mit einer Spachtelmasse (möglichst ohne Gips) z.B. A*de* R1 nochmals drüber zu gehen.

    Wenn Du Ideen/Hinweise hast, bin ich sehr dankbar. Besonders das Kantenthema geistert mir noch immer im Kopf rum :confused:

    Ist es möglich in Kalkglätte noch ein gewebe einzuarbeiten?

    Vorab Danke und Grüße
    Longhefe (Thomas)
     
  5. pinne

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    zum auftragen und glätten nimmt man mindestens 80 cm spachtel / abzieher . da regelt sich vieles !
     
  6. #5 Longhefe, 16.03.2020
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    Hi pinne,

    werd´s das erste Mal probieren - breiten Spachtel hab ich - da bin ich soweit ganz guter Dinge.

    Lohnt es sich Deiner Meinung nach nochmal nen dünnen Kantenschutz (Trockenbau Alu-Kantenschutz) auf die bereit vorhandenen zu setzen?
     
  7. #6 Niedersachse, 17.03.2020
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    Hallo Longhefe

    Nichts dagegen einzuwenden.

    Keine gute Idee, der Tiefengrund mindert nur die Saugfähigkeit der Wand, setzt aber die Haftung herab. Vornässen wäre hier der bessere Weg gewesen – aber wenn der Putz hält, ist es gut.

    Darf man, solange es nicht in penetrante Werbung ausartet – wie sonst sollte man sich auch über seine Erfahrungen mit bestimmten Produkten austauschen? Der Rotkalk ist ganz in Ordnung, qualitativ so im mittleren Bereich. Sollte keine Probleme damit geben.

    Für Kalkglätte sollte der Putz schon recht eben sein, große Unebenheiten kann man damit nicht ausgleichen. Grundsätzlich aber ist die Vorgehensweise in Ordnung.

    Ohne Gips ist ein guter Ansatz. Vom Ardex R1 würde ich Abstand nehmen – der Zement- und Klebeanteil ist enorm hoch. Sehr gute Erfahrungen habe (nicht nur) ich mit Rajasil KG Kalkglätte gemacht.

    Ja, da hast Du leider den Unterputz schon auf der Kante abgezogen – besser wäre es gewesen, noch einige Millimeter »Luft« zu lassen. Ein zweites Profil darüberzusetzen wird Murks – entweder Profile ausstemmen und neu einsetzen oder komplett überputzen (Ecke mit Brettern herstellen, ist aber auch nicht optimal) oder, wenn die Fläche schon recht eben ist, gibt es noch eine Möglichkeit, die normalerweise dazu dient, »vermackten« Putz aufzuarbeiten: Wand vornässen, eine breiige 1:1-Mischung aus Sumpfkalk und feinem Quarzsand auf das Schwammbrett und dann so verfahren, als würdest Du Putz filzen.

    Das wäre sinnlos – das Gewebe gehört in das obere Drittel des Unterputzes; Kalkglätte erfüllt nur ebnende Zwecke.

    Zum Schluß noch ein paar Hinweise (auch für das nächste Mal). Wenn Du Kalkglätte verarbeitest, kannst Du Dir das Leben mit einer großen Glättkelle sehr viel einfacher machen, gerade als Einsteiger.

    Außerdem sollte man die verschiedenen Schichten zügig aufeinanderbringen, mit ca. einem Tag Pause – das sorgt für eine bessere Verbindung. Eine eventuell vorhandene Sinterschicht natürlich entfernen (Rabott, Bürste etc.)

    Grüße zurück und bitte, gern. Bei weiteren Fragen werde ich gern zur Verfügung stehen.
     
  8. pinne

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    dann eine mit breiteren flanken .
     
  9. #8 Longhefe, 18.03.2020
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    Hallo Ihr Zwei,

    super vielen Dank für die sehr nützlichen Hinweise... :)

    Tiefengrund habe ich eher wegen der verfestigenden Wirkung verwendet, da der Bestandsputz teilweise recht gesandet hat (je nach vorarbeit Kratzen/Abschleifen etc.)
    nehm ich aber für die Zukunft mit - eher gut vornässen als Tiefengrund

    Die Kalkglätte von Knauf habe ich schon gekauft - das nächse Mal versuche ich den Tipp mit Rajasil KG Kalkglätte - es kommt ja noch das Obergeschoss und dann habe ich den Vergleich ;) (vom Datenblatt her scheinen beide recht identisch - bei Rajasil sind aber mehr Angaben drauf - was schonmal positiv ist)

    Zunächst soll das Bad als "normaler Raum" herhalten, da ich theoretisch im EG kein Bad benötige (die Leitungen für die bestehende Badplanung liegen aber bereits - nicht angeschlossen - falls irgendwann Etagenweise vermietet werden soll oder muss - man weiß ja in heutigen Zeiten nicht was nächstes Jahr ist :confused:)
    -> Wegen der dann Feuchtigkeit wollte ich dort nicht auf Kalkglätte gehen, daher die Idee Ardex R1.
    -> zusätzlich kommen, bei irgendwann doch Badnutzung, ja auch teilweise Fliesen dran und das soll Kalkputz/Kalkglätte kein guter Untergrund sein
    ... oder sind die Bedenken unnötig - dann würde ich auch dort mit Kalkglätte arbeiten?

    Das ein weiterer Kantenschutz "abenteuerlich" ist denke ich auch...
    entweder versuche ich den Tipp mit der 1:1 Mischung oder ich lebe mit rundlicheren Kanten oder doch Abenteuer :cool:... auf jeden Fall sehr gute Hinweise!

    @Niedersachse: Frage am Rand für das nächste Mal: Wie zieht man denn den Putz mittels Kantenleisten / Eckschutz ab und lässt noch 1-2mm Luft?
    ich brauch doch die Leisten zum sauber Abziehen... hab da irgendwie Verständniss-/handwerkliche Schwierigkeiten...


    @pinne: hast Du mir ein Beispiel für einen solchen Kantenschutz mit breiteren Flanken?

    zum Thema Sinterschicht: das habe ich auch schon im Internet gelesen, woran erkenne ich diese Sinterschicht... evtl. leicher Glanz oder das Abperlen von Wasser?

    Danke Euch und sorry für die verspätete Antwort...
     
  10. pinne

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  11. #10 Longhefe, 19.03.2020
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    Vielen Dank für die Tipps - Interessant und evtl. einen Versuch wert.
     
  12. #11 Niedersachse, 23.03.2020
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    Immer gern.

    Auch ich bin ein großer Freund möglichst vollständiger Produktangaben. Es würde mich freuen, wenn Du Deine Erfahrungen später teiltest. :)

    Gerade wegen der Feuchtigkeit sollte man einen hohen Kalkanteil anstreben – umso schneller wird das Wasser wieder abgegeben. In meinen Bädern beispielsweise ist ausschließlich reiner Kalkputz oberhalb der Fliesenspiegel.

    Die Aussage bezieht sich auf alten, bereits absandenden Kalkputz und ganz frischen, noch nicht durchkarbonatisierten. Wenn der Putz fest und einige Monate alt ist, hält er problemlos einen Fliesenspiegel.

    Freut mich, daß es Dir weiterhilft.

    Indem man den Unterputz vor, nicht auf, den Kanten abzieht – einige Millimeter tiefer als die Profile. Der Oberputz wird dann auf den Profilen abgezogen.

    Ja, das sind beides Hinweise auf eine solche Schicht. Allerdings macht man es sich üblicherweise leichter und geht am nächsten Tag standardmäßig mit dem Rabott über den Unterputz.
     
  13. #12 Longhefe, 24.03.2020
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    Sobald ich fundiert etwas sagen kann, teile ich die Infos natürlich mit... will ja auch, dass andere profitieren so wie ich beim Mitlesen ;)

    Kalkputz - Bad - hört sich dann doch machbar an - wahrscheinlich verzichte ich dann doch auf die Variante Ardex...

    Die Abziehhinweise werde ich nächstes Mal auf jeden Fall beherzigen - dann spar ich mir die ganzen Ecken - Gedankenspiele :D

    Rabott wird heute noch bestellt

    Danke Euch allen!
     
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