Unklare Funktionsweise meiner Nachtspeicherheizung

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koffi

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Hi!

Ich bin gerade umgezogen. In meiner neuen man-cave wird mit Nachtspeicherheizung geheizt. Ich weiß, nicht wirklich 'state of the art' um zu heizen, jedoch ist die Miete sehr günstig.
Erst dachte ich, ich hätte das Prinzip von Nachtspeicheröfen verstanden, die Installation in meiner Bude kann ich aber beim besten Willen nicht durchblicken. Hoffentlich kann mir hier jemand weiterhelfen, denn die Vermieter sind leider sehr alt und blicken das alles auch nicht wirklich.

In der Wohnung gibt es im Wohnzimmer und im Schlafzimmer einen Nachtspeicher-Heizkörper. An jedem befindet sich ein kleines Rädchen, welches man auf 1,2 oder 3 stellen kann.
Außerdem befindet sich in jedem dieser Räume neben der Tür auch ein kleiner Raumtemperaturregler: Ein Rädchen mit 5 Stufen und daneben einen Schalter, welchen man auf die Symbole 'Sonne', 'Mond' oder 'Uhr' stellen kann. Zuletzt ein kleines Birnchen, welches lediglich leuchtet, wenn dieser Schalter auf 'Mond' gestellt ist.

Zunächst dachte ich: alles klar! Den Nachtspeicherofen drehe ich auf maximum (Stufe 3) und reguliere die Raumtemperatur am Raumtemperaturregler. Hier ermittle ich einfach die Stufe, welche einer Raumtemperatur von ca 21°C entspricht und lasse den Schalter auf der Einstellung 'Uhr'. Dann sollte er Nachts nicht ganz so hoch heizen. Was mich aber schon stutzig macht ist, dass ich dem recht simplen Raumtemperaturregler gar nicht mitteilen kann wie viel Uhr es ist. Außerdem hat das Rädchen mit den 5 Stufen einen "Triggerpunkt" der den Heizkörper hörbar anspringen lässt. Diese liegt jedoch - unabhängig vom Schalter oder der Raumtemperatur - immer irgendwo zwischen Stufe 3 und 4.
Was meine Verwirrung krönt, ist die Tatsache, dass der Nachtspeicherofen scheinbar auch völlig unabhängig vom Raumtemperaturregler heizt. Manchmal ist es arschkalt, manchmal bis zu 26°C in meiner Wohnung. Durch Aufdrehen des Rädchens am Raumtemperaturregler kann ich das aufheizen zwar erzwingen, aber manchmal wird es auch plötzlich heiß obwohl der Raumtemperaturregler auf einer sehr niedrigen Stufe, weit weg vom "Triggerpunkt" liegt.

Kann sich hier jemand einen Reim machen?
Kann es sein, dass sich die Nachtspeicheröfen tagsüber stets komplett entladen und ihre ganze Wärme irgendwann abgeben?
Das würde ja bedeutet, dass es recht egal ist, wie hoch ich den Raumtemperaturregler stelle und ich somit keine Möglichkeiten zur Energieersparnis habe - lediglich indem ich die Heizöfen selbst auf niedrige Stufe stelle.

Ich bin für alle Tipps und Erfahrungen dankbar!
 
  • Unklare Funktionsweise meiner Nachtspeicherheizung Beitrag #2

Schnulli

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In der Wohnung gibt es im Wohnzimmer und im Schlafzimmer einen Nachtspeicher-Heizkörper. An jedem befindet sich ein kleines Rädchen, welches man auf 1,2 oder 3 stellen kann.

Mit diesem Regler stellst du die "Auflademenge" ein. Also wie heiß der Heizkörper am nächsten Morgen seien soll. Stufe eins wohl sinngemäß lauwarm, Stufe 3 eben heiß. Diese Einstellung ist unabhängig vom Raumtemperaturregler.

Der Raumtemperaturregler steuert eigentlich nur den Ventilator des Ofens an. Wenn die eingestellte Raumtemperatur unterschritten wird springt der Ventilator an, warme Luft wird abgegeben.

Was nun die Einstellungen am Thermostat bezüglich "Sonne" Mond" und "Uhr" bewirken weiß ich nicht - vor allem weil du keine einstellbare Zeitschaltuhr hast? Mach mal bitte ein Foto von dem Teil.
 
  • Unklare Funktionsweise meiner Nachtspeicherheizung Beitrag #3
koffi

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Danke für deine Antwort. Hat mir schon sehr weitergeholfen.
Hier mal auch ein Bild des Raumtemp. Reglers.

Verstehe ich es also richtig, dass ich im Prinzip keine wirkliche Möglichkeiten habe Strom zu sparen, außer den Regler am Nachtspeicherofen selbst möglichst niedrig zu halten? So gesehen macht es dann tagsüber keinen Unterschied ob ich die Fenster dauerhaft weit offen habe oder nicht, denn der Ofen wird dadurch nicht noch mehr Strom saugen. Oder?
 

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Schnulli

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Die Dinger heißen ja deswegen "Nachtspeicherofen" weil sie sich nachts mit Wärmeenergie aufladen. Tagsüber wird die gespeicherte Wärme nach und nach abgegeben. Entweder nur durch Strahlungswärme wenn der Ventilator nicht läuft oder eben zusätzlich durch die warme Luft wenn du am Raumthermostat so weit hochdrehst, dass der Ventilator an geht. Wie schnell das geht bzw. wie lange die gespeicherte Wärme reicht ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Zumindest erfolgt in deinem Fall kein "Nachladen mit Wärmeenergie" tagsüber - es wird irgendwo im Zählerschrank wahrscheinlich eine zentrale, automatische Umschaltung geben, die die Öfen Nachts mit Ladestrom versorgt.

Zur Funktion des Schalters meine Vermutung:
In der Funktion "Sonne" (Tagbetrieb) wird die am Drehregler gewählte Temperatur über das ein- und Ausschalten des Lüfters der Heizung gehalten.
Ob die anderen Funktionen des Schiebeschalters belegt sind weiß ich nicht. Die Stellung "Uhr" ist vermutlich nicht aktiv, da eine externe Zeitschaltuhr nicht vorhanden ist? Die Einstellung "Mond" (Nachtabsenkung) könnte bewirken, dass von der am Drehregler eingestellten Temperatur automatisch ein paar Grad abgezogen werden und nun die reduzierte Nachttemperatur gehalten wird, ohne den Drehregler zu verstellen.

Zusammenfassend wäre die pragmatische Bedienung:
Benötigte Wäremmenge am Laderegeler der Heizung einstellen (das ist überwiegend abhängig von der Aussentemperatur)
Einstellung der Raumtemperatur am Drehrad des Thermostaten in Verbindung mit Schalterstellung Sonne. wenn du das Zimmer nicht mehr heizen möchtest lass den Schalter auf Sonne und dreh den Regler einfach ganz runter. Wenn du feststellst, dass tagsüber trotz laufendem Ofenlüfters die Bude nicht ausreichend warm wird den Laderegler hochdrehen (Hast dann aber erst am nächsten Tag nach erfolgter Aufladung wieder mehr Wärmeenergie zur Verfügung). es gibt auch Nachtspeicheröfen mit Zusatzheizung. Das funktioniert dann im Prinzip wie ein zusätzlich hingestellter Heizlüfter. Ich denke aber nicht, dass du sowas hast.
 
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koffi

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Ok, ziemlich ernüchternd.
Hoffe ich komme so über den Winter ohne entweder zu erfrieren oder einen Kredit für Heizkosten aufnehmen zu müssen.

Ich danke dir tausendfach für deine Mühe und ausführliche Erklärung, Schnulli!
 
  • Unklare Funktionsweise meiner Nachtspeicherheizung Beitrag #7

Schnulli

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Nunja, bei solch einer Haustechnik sind die Kaltmieten üblicherweise günstiger, ist ja bereits vom Fragesteller erwähnt. Wie hoch nun die Stromkosten ausfallen steht erst mal in den Sternen....
 
  • Unklare Funktionsweise meiner Nachtspeicherheizung Beitrag #8
cmyk61

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Eine Nachtspeicherheizung besteht auch noch aus einer Aufladesteuerung, also einer Elektronik, die in Abhängigkeit der Außentemperatur und anderen Einstellparametern die Heizleistung der Öfen steuert.
Ich gebe mal das wieder, was ich bei der Heizung meiner Eltern in Erinnerung habe.
Wie die Vorredner schon schilderten:
In den Öfen befinden sich Schamottsteine, welche nachts mit mehreren Heizörpern "aufgeladen" sprich aufgeheizt werden. So wie bei einem guten alten Kachelofen - nur eben elektrisch. DIe Auflademenge sollte so groß sein, dass die Öfen auch am Abend noch genügend Wärme an die Räume abgeben können. Das bedeutet im Umkehrschluss dass sie am Mörgen höllisch heiß sein können.
Die Wärmeabgabe geschieht mit Hilfe von Ventilatoren die vom Thermostat an und abgeschaltet werden.
Meist ist es so, dass die Thermostate auch mit der eigentlichen Heizungssteuerung verbunden sind. Dort befindet sich auch die Schaltuhr(funktionalität) die die Ventilatoren zu bestimmten Zeiten abschaltet (zB nachts oder auch tagsüber wenn man zur Arbeit ist). Daher auch der Schalter am Thermostat mit dessen Hilfe man wählen kann ob der Ventilator rein temperaturgesteuert läuft oder Schaltuhrgesteuert. Und die Nachtfunktion ist meist eine Art Nachtabsenkung - die eingestellte Temperatur wird mit langsamer Ventilatorgeschwindigkeit langsamer, aber dafür geräuscharm erreicht.
In den Öfen befindet sich in der Regel auch noch eine Restwärmeerfassung die bewirkt, dass die Öfen nachts früher(wenig Restwärme) oder später(viel Restwärme) mit der Aufladung beginnen. Die Heizleistung der einzenen Öfen wird individuell mit dem Drehschalter am jeweiligen Ofen gesteuert, 1 geringe Heizleistung, 3 maximale Heizleistung. Manche Öfen verfügen über eine Zusatzheizung die dann aktiviert werden kann, wenn wider Erwarten, die nachts eingespeicherte Wärmemenge wegen eines Temperatursturzes nicht ausreicht.
Wirklich Energie sparen (eigentlich kann man ja nur weniger Energie verbrauchen, gespart wir nie - auch nicht bei den unsäglichen "Energiesparlampen" die keine sind) kann man mit einer Nachtspeicherheizung nur dann, wenn die Steuerelektronik gut eingestellt ist (Außentemperaturerfassung etc pp.) Wie das geschieht kann man in den betreffenden Anleitungen der Hersteller nachlesen. Ach ja, Nachtspeicherheizungen werden mit NT-Strom gespeist (NT=Niedertarif). Manche Anbieter bieten diese Art der Stromversorgung noch immer an. Hierbei wird mit Hilfe eines Rundsteuersignals der Stromzähler auf Niedertarif umgeschaltet - und am Morgen wieder zurück. Meine Mutter legte daher Wäschwaschorgien auf die Nacht ;-). Ein Rundsteuersignal startet auch die Aufladung der Nachtspeicherheizungen.
Poste mal die Typenschilder der Heizung und auch ein BIld der zentralen Aufladesteuerung (dort wo sich der Stromzähler und die Leitungsschutzautomaten befinden). Dann kann ich ggf mehr sagen.
Natürlich kann Dir auch ein Elektriker Deines Vertrauens Auskunft geben - vorzugsweise der Errichter der Anlage.

Gruß
Ralf
 
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