Trass- und Kalksteinzement als Fuge für Naturstein

Dieses Thema im Forum "Estrich, Mauer und Putz" wurde erstellt von henni, 23.04.2012.

  1. henni

    henni Benutzer

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    Hallo,

    ich habe mir Naturstein-Polygonalplatten an die Grundmauern geklebt. Jetzt will ich die Steine verfugen.
    Habe mir Trasszement und weißen Kalksteinzement besorgt und mit verschiedenen Mischungen experimentiert (Trassz.,Kalkz.,Sand). Bis ich einen Grauton hinbekam der mir zusagt.

    Frage ist nun. Kalkstein- und Trasszement. Kann man das überhaupt mischen? Oder gibt das irgendwie ein Unglück?
    Wie gesagt. Ist nur als Fugenmaterial gedacht. Hat keine tragende Funktion.

    Gruß
    Hendrik
     
  2. AdMan

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  3. #2 harekrishnaharerama, 23.04.2012
    harekrishnaharerama

    harekrishnaharerama Erfahrener Benutzer

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    Hallo und guten Morgen,

    Zement ist ein Produkt mit unterschiedlichen Beimischungen. Wahrscheinlich sind diese sogar in den beiden genannten zum Teil ähnlich.
    Jedes Herstellerprodukt hat meist auch ein Beiblatt, wo viele Eigenschaften aufgezeigt werden. Diese werden sich natürlich verändern.

    Über die Erfahrungswerte kann man nur sagen, daß sich Wissenschaftler auf Universitäten mit sowas beschäftigen - Fachbereich Bauphysik. Selbst Stoffe die die selbe Formel haben können durch unterschiedliche Behandlungen ganz neue Eigenschaften erhalten. Das ist schwer voraussehbar.

    In den meisten Fällen hilft nur Eigenerfahrung. Probier's an einer Stelle aus ob es rissig wird, nimm' Eisspray um einen Frost zu simulieren, etc. Oder mach's einfach und ärgere Dich, wenn irgendwas unvorhersehbares geschieht.

    Also jetzt fällt mir noch ein, daß es eventuell nicht flexibel genug ist und brüchiger ist - das könnte ein Problem werden. Hast Du Dir die Bestandteile von Fugenmörtel schonmal vorgenommen ?(
     
  4. henni

    henni Benutzer

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    Danke für die Tipps. Habs einfach ausprobiert. Angerührt und ein paar Quadratmeter damit gefugt. Gab zwar ein paar minimale Risse nach dem aushärten. Allerdings nur an jenen Stellen wo die Breite der Fuge (Polygonalplatten eben) sehr breit ist. Spachtel, Schwämmchen, Lappen und weg waren auch die. :)

    Gruß
    Hendrik

    Prima. Mehr wollt' ich gar nicht. Nun bin ich Experte für Fassadenverschönerung. Jetzt mach weiter als Gartenarchitekt. :)
     
  5. #4 harekrishnaharerama, 10.05.2012
    harekrishnaharerama

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    Die Frage ist halt auch, wie lange sich das halten wird - ein oder zwei Jahre sind keine Option.

    Eventuell kann man dort auch mit Armierungen arbeiten, um die Fugen haltbarer zu machen. Am einfachsten wäre es wahrscheinlich gewesen, das Gewebe mit den Steinen unter diese zu kleben, jetzt wird es wohl etwas kniffliger.

    Vielleicht genügt auch einfach eine dicke Flexfuge und ein Bisschen Kies in der ersten Lage, danach normal nochmal rüberfugen.
     
  6. henni

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    Du meinst Armierungsgewebe? Diese Kunststoffnetze die man auch bei Wärmeverbunddämmung anbringt?

    Hm. Kann sein. Glaub ich allerdins nicht. Die Steine sind nicht vollständig hinterklebt. Da ist überall noch etwas Hohlraum hinter den Steinen wo die Fugenmasse herum fließen kann. Also solange die Steine nicht abfallen hat der Fugenzement auch Halt.

    Aber ich berichte gerne im nächsten Frühling darüber ob bei mir was bröselt. Und falls es interessiert welche Mischung ich verwendet habe.

    Gruß
    Hendrik
     
  7. #6 DerPolier, 14.06.2012
    Zuletzt bearbeitet: 14.06.2012
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    Guten Morgen zusammen,

    Auch wenn es vielleicht zu spät ist, etwas Grundsätzliches zu diesem Thema:

    Bei senkrechter Verlegung von Polygonplatten aus nichtsaugendem Naturstein z.B. Pophyr, Blaubasalt,Granit etc. sollten nur dafür ausgewiesene Kleber verwendet werden Die Verklebung muss vollflächig ausgeführt werden.

    Zum Verfugen: Gewöhnlich nimmt man für selbstgemischtes Fugmaterial ausschließlich Trasszement. Dieser blüht nicht aus und ist sicher frostbeständig. Beimengungen von Weißzement sind möglich, sollten aber sparsam dosiert sein.

    Hier eine Rezeptmöglichkeit:

    1 Teil Zement (Trass/Weißzement)
    4 Teile Sand
    ? Teile Mörtelplastifzierung ( Menge nach Herstellerangabe)
    ? Wasser ( Konsistenz feuchter als erdfeucht, sollte bei Druck mit der Hand nicht mehr zerfallen)

    Erläuterung:Bei Polygonsteinverlegung werden die Fugen in der Regel ungleichmäßig breit. Das heißt Rissbildung wäre möglich. Um dem vorzubeugen sollte die Sandmischung unterschiedliche Körnung aufweisen.( 0-4 mm). Eine Mörtelplastifizierung verbessert die Verarbeitbarkeit und mindert die Rissbildung. Überdosierung von Zement erhöht die Schwindrissbildung und begünstigt den Wasserzutritt. Eine Armierung der Fugen ist meist nicht erforderlich.
    Die verfugte Fläche sollte vor zu schneller Austrocknung geschützt werden. Nach dem Fugen einen Tag mind. mit Folie abhängen.

    Weitere oder genauere Angaben sind von den örtlichen Verhältnissen/Untergründen etc. abhängig und müssen evtl. gesondert abgeklärt werden.

    Frohes Schaffen

    Der Polier
     
  8. #7 henni, 14.06.2012
    Zuletzt bearbeitet: 14.06.2012
    henni

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    Hi Polier,

    danke für die ausführliche Erläuterung. Hier mein Erfahrungsbericht.
    Das mit der Rissbildung stimmt. Hab ne Mischung 1:1:1 (Kalkzement, Trassz., Sand) verwendet. Bei den breiten Fugen kamen tatsächlich Risse. Allerdings sehr dünn. Habe hinterher nochmal einen Becher Mischung angerührt, sehr dünnflüssig und mit einem Schwämmchen die Risse zugeschlemmt.

    Als Kleber hatte ich billigen "Bau- und Fliesenkleber" verwendet (Bauhaus Hausmarke). Die Steine halten schon 2 Jahre (2 Winter). Glück gehabt. :)

    Beim Verfugen hatte ich das Problem, daß sich der Zement als weißer Grauschleier über die Natursteine legte und die Steine hinterher genauso hellgrau waren wie die Zementmischung in den Fugen. Dann dachte ich mir was aus und scheint gut zu funktionieren. Speiseöl. Mit einem Lappen auf die Steine aufgetragen. Natürlich nur auf Oberfläche, nicht in Fugen. Nun perlte der Zement und das Wasser beim abwaschen ab. Keinen Ärger mehr mit einem, alles überziehenden, Grauschleier.

    Da die o.g. Zementmischung ohnehin hellbeige ist, ist daraus ausblühender Kalk, in meinen Augen, kein ästhetisches Problem.

    Gruß
    Hendrik
     
  9. #8 DerPolier, 14.06.2012
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    Hi Henni,

    das mit dem Öl würde ich lassen. Die Gefahr das der kraftschlüssige Kontakt zwischen Fuge und Stein nicht mehr da ist, ist zu groß.

    Zum "Fugenwaschen": Den Grauschleier kannst Du leicht vermeiden durch sorgfältiges Abziehen der Steinfläche mit einem guten Fliesenschwamm.
    Gut feuchter Schwamm, einmal drüber, auswaschen(gründlich), und das Ganze wieder von vorn. Bis keine Rückstände mehr da sind. Dazu muss das Fugenmaterial bereits "angezogen" haben. Nicht mehr löslicher Grauschleier geht gut mit Zementschleierentferner(Salzsäurelösung) ab.

    Zu den Ausblühungen: Meist werden nur Phosphate/Nitrate aus den Untergründen "ausgetrieben", der Zement, vorallem Trass zeigt überhaupt keine Ausblühungen.

    Gruß

    Der Polier
     
  10. henni

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    Haben wir uns da falsch verstanden?
    Ich sprach nur von der nach außen gerichteten Oberfläche. Jene Fläche die keinen Kontakt hat mit Fugenzement. Nicht die Ränder der Steine wo der Fugenzement sitzt.

    Gruß
    Hendrik
     
  11. #10 DerPolier, 14.06.2012
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    Nein, nein, ich hab Dich schon richtig verstanden...Ich dachte an die "Fugenflanken", da darf natürlich nix hin ;-))
     
  12. #11 harekrishnaharerama, 14.06.2012
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    Ich nehme für den Schleier Essigreiniger - ist ebenfalls sauer und geht sehr gut ;)
     
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