Spannungsprüfer: Phasenprüfer, berührungsloser Spannunsprüfer, Duspol, Multimeter

Diskutiere Spannungsprüfer: Phasenprüfer, berührungsloser Spannunsprüfer, Duspol, Multimeter im Elektroinstallation und Elektrotechnik Forum im Bereich Der Innenausbau; Hi zusammen, ich bau demnächst meinen alten Herd und Backofen ab und will mir einen neuen Spannungsprüfer zulegen, einfach zum Prüfen, dass auf...

Raasay

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Hi zusammen,

ich bau demnächst meinen alten Herd und Backofen ab und will mir einen neuen Spannungsprüfer zulegen, einfach zum Prüfen, dass auf den Leitungen keine Spannung mehr ist. Ich arbeit selten an Stromleitungen, deswegen würd ich mich gern bei euch rückversichern, dass keine Laienfehler mach.

Ich hab einen normalen einpoligen Phasenprüfer von Wera und wollt zur Sicherheit noch mit was Zweitem testen. Auf YT und die Elektriker, denen ich zugeschaut haben, haben immer ein Duspol verwendet.

Multimeter verwendet man überhaupt nicht für Spannungsfreiheit testen, korrekt?

Außerdem habe ich noch berührungslose Spannungsprüfer gesehen, was ziemlich praktisch klingt, aber davon habe ich noch nie gehört. Sind die zuverlässig und sicher, auch für Starkstrom bei Herd und Backofen?

Hoffe, hier kann jemand seine Erfahrungen teilen.
 
eli

eli

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Berührungslose Spannungsprüfer sind relativ praktisch. Man kann damit auch an einer Leitung die ummantelt ist feststellen ob sie Spannung führt oder nicht.
Nachteil ist, es geht nicht bei allen Arten von Leitungen / Spannungen und vor allem muss ich die Spannungsführende Ader finden da sie das Magnetfeld detektieren welches aber nur gering ist. Vor etwa 2Jahren hat mich so ein Berührungsloser Messversuch fast gegrillt durch den Denkfehler eines Kollegen
Bei Einzeladern kein Problem

Aber man muss verdammt aufpassen und wissen was man macht. M.e eher eine Hilfskrücke


2 Polige Spannungsprüfer
Nachteil, ich benötige immer Klemmen (Klemmstellen) an denen ich messen kann aber dafür ist es dann fast "Idiotensicher" aber unterliegen den Problemen eines Polprüfers leider auch mehr od weniger

2Polige Spannungsprüfer mit Lastzuschaltung
Arbeiten wie die normalen, haben aber die Möglichkeit einen Lastwiderstand zuzuschalten der dann u.a hilft um einen RCD Auslösen zu können aber dessen größter Vorteil es ist zu erkennen ob die gemessene Spannung, z.B 230V eine echte Spannung ist oder nur eine Einkopplung (Phantomspannung)
Dies hat man ja auch als größten Nachteil beim Polprüfer, der glimmt eben auch obwohl keine echte Spannung anliegt
Mit 2pol. Spannungsprüfern kann ich aber auch 1polig messen, je nach Version und Erfahrung.
Auch bieten sie je nach Type mittlerweile fast alle Features eines Multimeters wenn auch nur bedingt und in abgespeckter Form. Trotzdem manchmal eher verwirrend als Praxisnah

Ein Multimeter unterliegt den selben einflüssen wie eben auch der Polprüfer und dem einfach 2pol. Spannungsprüfer, hat aber bei div Messaufgaben klare Vorteile gegenüber dem 2pol Spannungsprüfer mit Sonderausstattung od einfacher Bauart.
Man kann damit auch die Spannungsfreiheit prüfen, wenn man weiß was man macht . Hier hat der Duspol mit Lastzuschaltung klare Vorteile, auch in Sachen Sicherheit

In der Hauselektrik ist der 2pol Spannungsprüfer mit Lastzugschaltung das beste, einige Modelle ,z.B von Benning der Digital und auch der Expert haben mehr an Bord als man nutzen will/wird aber dafür dann u.a auch einen Berührungslose Spannungsprüfer.
Man kann nur dazu raten, auch weil sie normal ewig halten und somit eher 1malige Anschaffungen sind

Leider explodieren auch hier die Preise derzeit stark.

Schaue dir einfach ma ein paar an die zu deinem Geldbeutel passen, schreib sie dann hier rein und wir schauen mal was sie wirklich können
Ich kann zumindest sagen das der Benning Expert bzw die nachbauten div Hersteller ein gesundes Mittelmaß bieten und auch robust sind.
Unsere Azubis/Monteure haben ihn u.a., er bietet viel für derzeit noch wenig kosten



Nachtrag: Bevor man, egal welches Mess od Prüfgerät man verwendet eine Messung / Prüfung durchführt sollte man sich z.B eine Steckdose suchen von der man weiß das sie Spannung führt und daran dann den z.B Duspol einmal prüfen.

Dann kann man sicher sein
 
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Raasay

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Hey, danke für deine Ausführung. Ich würd dann ein Benning Duspol digital nehmen für 76 EUR. Sehe das wie du, als einmalige Anschaffung + Sicherheitsaspekt sollte das Sinn machen. Weiß halt nicht, was die normal kosten.

Edit: Noch ne Frage zum Duspol - wie hoch ist der Widerstand im Gerät, vor folgendem Hintergrund: Ein Ende des Geräts ist schon am stromführenden Leiter und jetzt fasst jemand oder ich selbst versehentlich ans andere Geräteende (ich weiß, das sollte nicht passieren, aber einfach fürs Risikobewusstsein). Ist das wie bei einem einphasigen Spannungsprüfer, dass da fast nichts durch kommt oder ist das dann quasi einfach die Verlängerung der Leitung mit dem entsprechenden Gefahrenpotenzial?
 
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eli

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Bei alten mit Tauchspule + glimmlampe passiert nix wenn sie i.o sind, bei neueren kann man schon einen gezimmert bekommen wenn auch u.u nicht mit voller Netzspannung je nach aufbau. Ist mir selbst schon passiert

Bei einem polprüfer kann dies nur passieren wenn er defekt ist, dafür zeigt er nicht einmal zuverlässig an ob Spannung anliegt oder nicht

76€ ist noch ok, aber im Netz sind auch schon Preise jenseits der 100€ zu finden ohne Zubehör
 

Raasay

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Okay, danke, also aufpassen, gut zu wissen. Dann bestell ich mir das Teil jetzt, vielen Dank für die Hilfe!
 

xeno

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Zum Freischalten benutze ich persönlich immer einen berührungslosen Spannungsprüfer (von Fluke), da dieser auch ohne Erdpotenzial unkompliziert jegliche Gefahr anzeigt.
Das Ding hatte ich damals bei der Arbeit beim EVU schon immer dabei, weil es eine kleine Taschenlampe hat und man es auch schnell nochmal irgendwo dran halten kann, wenn man ansonsten zu faul wäre, den Duspol aus dem Auto zu holen.
Das hat mich jedenfalls mal gerettet, als eine Sicherung drin war, die eigentlich noch nicht hätte drin sein sollen, bei der Inbetriebnahme einer Trafostation...

Beim Freischalten damit grundsätzlich:
Dran halten und schauen dass er leuchtet/blinkt/piepst, Sicherung abschalten, wieder dran halten, dann sollte nichts mehr angezeigt werden. Das vorher dran halten ist die Funktionsprüfung, die ist wichtig und sollte, wie schon von @eli geschrieben, immer durchgeführt werden.
Für Laien bzw. Leute, die mal eine Deckenleuchte selbst tauschen usw. halte ich so einen Prüfer für am besten geeignet, da man damit am wenigsten Fehler machen kann.

Wenn es um Messungen in Abzweigdosen geht, bzw. FI Funktionstest usw. nutze ich einen Duspol und/oder ein Multimeter. Alle Geräte haben vor und Nachteile.
 
Sulzknie

Sulzknie

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Mit einem Duspol in der Hand wird man nicht automatisch vom Unwissendem zum Fachmann.
In einer fehlerhaften Anlage ohne N kann das durch Fehlinterpretationen böse Folgen haben.
 

xeno

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In einer fehlerhaften Anlage ohne N kann das durch Fehlinterpretationen böse Folgen haben.
Genau das ist mir auch mal passiert und deswegen bevorzuge ich berührungslose Spannungsprüfer zum allgemeinen Freischalten.

Deckenleuchte: L hatte Dauerstrom, N war geschaltet, PE war nicht angeschlossen in der Schalterdose. In so einem Fall ist ein Duspol klar im Nachteil.
Und um bei sowas eine gebruzzelt zu bekommen, muss man nichtmal Laie sein... :rolleyes:
 

Uli82

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Nach meiner Erfahrung sollte man an einem Duspol besser nicht zu sehr sparen. - Hatte mir übrigens einen Duspol zum Geburtstag gewünscht. Doch was bekam ich? Einen Multimeter. :rolleyes:
 

Gerold77

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Genau das ist mir auch mal passiert und deswegen bevorzuge ich berührungslose Spannungsprüfer zum allgemeinen Freischalten.
Deckenleuchte: L hatte Dauerstrom, N war geschaltet, PE war nicht angeschlossen in der Schalterdose. In so einem Fall ist ein Duspol klar im Nachteil.
Hier wäre ja sogar eher ein "Lügenstift" angesagt (bei entsprechender Vorsicht).
 
eli

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Warum sollte der Duspol selbst bei 1polig im Nachteil sein ?
Er leuchtet bzw bimmelt ebenso wie ein Berührungsloser Spannungsprüfer und je nach Bauart vom Duspol + Erfahrung mit dem Gerät erkenne ich was ich da vor mir habe

Ok, in Laienbereich mag es stimmen
 

paddylg

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Moin Jungs,
IMO alles mit Vorteilen und Nachteilen behaftet.
Bei mir persönlich gibt es zwei Dinge, bei denen ich immer vorsichtig bin:
Strom und Gas.
Ich habe es nach jahrelangem rumstümpern mit Glimmlampe Stift ( "leuchtet der jetzt? Mach mal einer Jalousie runter! Hab ich durch die 40 Jahre alte Lüsterklemme überhaupt Kontakt?")
einige berührungslose Plastikpiepser benutzt und verschenkt ("Oh, dasjageil! Wo gibt's den?).
Nach meiner Erfahrung sind die nach Funktionstest @ Glühlampe oder anderen offensichtlich spannungsführenden Dingen eher schneller am Ballet machen, als zu unempfindlich.
Ganz große Ausnahme: Alte aluummantelte Erdkabel, die Schwarzen:
Da haben von Fluke bis LingLong alle versagt. Nicht mal die "unter 12V-Funktion" hat sich auch nur ansatzweise gemeldet.
Und die Dinger kosten'n Zehner, blinken und piepsen laut.
Reicht für mich.
 

paddylg

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...okay, ich präzisiere:
"Versagt, meinem arglosen Selbst den Hintern aufgrund von mangelndem Elektrowissen und der Risikobereitschaft, ohne Ausbildung an 230/400V zu fummeln, zu retten. Zumindest meiner falsch eingeschätzten Erwartung an die Geräte nach."
 

xeno

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Warum sollte der Duspol selbst bei 1polig im Nachteil sein ?
Kommt auf den Duspol an... Es ist nicht so eindeutig, wenn da z.B. nur ein kleines "R" leuchtet, was auch eine Einkoppelung sein könnte. Deswegen hat man ja extra einen Duspol, damit man solche Einkoppelungen ausschließen kann. Funktioniert nur nicht, wenn das Gegenpotenzial fehlt.
Für Laien ist es in jedem Fall sehr viel eindeutiger und verständlicher.
Bei 20kV und mehr benutzt man zum Freischalten z.B. auch berührungslose Spannnungsprüfer, die kein Gegenpotenzial benötigen.

Ganz große Ausnahme: Alte aluummantelte Erdkabel, die Schwarzen:
Da haben von Fluke bis LingLong alle versagt.
Ok, bei solchen Sonderkabeln funktioniert es nicht, aber welcher Laie arbeitet da schon dran. Und ein Duspol meldet dort auch nichts, wenn man ihn außen dran hält... ;)
 
eli

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Solange du daraus lernst ( was Respekt verdient) und nichts passiert ist alles gut

Messen ist eben auch eine Kunst und muss erlernt werden, manchmal mit knall und rauch :D
 

Uli82

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Was dem Arzt sein Stethoskop ist, ist dem Elektriker sein Duspol. Doch beide müssen dieselbe Voraussetzung erfüllen: Sie müssen die erforderlichen Kenntnisse besitzen, um damit arbeiten zu können.
 

paddylg

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Ok, bei solchen Sonderkabeln funktioniert es nicht, aber welcher Laie arbeitet da schon dran. Und ein Duspol meldet dort auch nichts, wenn man ihn außen dran hält... ;)
Solche Kabel hat der Bauherr unseres Hauses 1970 im Keller in die Wände gelegt, ich habe keine Ahnung,weshalb. Hatte er wohl noch liegen...
Das Highlight war allerdings Telefonleitung, 4 Adern mit Schirmung.
2 Adern verdrillt L, 2 Adern N, klassisch genullt.
Kam ca. 2m aus der Kellerwand, aufgerollt. War noch Dampf drauf.
Das war dann auch für mich nicht mehr witzig.
Gerade im Altbestand finde ich berührungslose Prüfer aber wirklich praktisch. Gerade, weil man bei verfaulten, überladenen Unterputzdosen schlecht sicheren Kontakt zum Prüfen herstellen kann, zumindest ich bin da immer unsicher.
 
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Spannungsprüfer: Phasenprüfer, berührungsloser Spannunsprüfer, Duspol, Multimeter

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