Schnellzement oder Injektionsmörtel für Hohlraum

Diskutiere Schnellzement oder Injektionsmörtel für Hohlraum im Schrauben, Dübel, Haken, Ösen Forum im Bereich Der Innenausbau; Guten Abend, ich wollte für meinen Vater Haltegriffe in der Badewanne montieren. Eigentlich ganz easy: 2 x 3 Löcher (ca. 5cm tief) bohren, Dübel...

  1. #1 Thunfisch, 05.09.2019
    Zuletzt bearbeitet: 06.09.2019
    Thunfisch

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    Guten Abend,

    ich wollte für meinen Vater Haltegriffe in der Badewanne montieren. Eigentlich ganz easy: 2 x 3 Löcher (ca. 5cm tief) bohren, Dübel rein und festschrauben. Nur leider ist die Wand im Badezimmer für die Montage schlecht geeignet. Die Fliesen sind maximal 5mm dick. Ich habe an mehreren Stellen in die Fugen gebohrt und festgestellt, dass sich dahinter irgendwelche Hohlräume befinden. Zwischen den Fliesen und den dahinter befindlichen Hohlziegeln ist ein Abstand von ca. 20 mm und es besteht keine durchgehende kraftschlüssige Verbindung. Leider kann ich nicht sicher sagen, wie genau die Hohlräume dahinter aussehen. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass die Rosetten (55 mm Durchmesser, die Schraublöcher sind um 120 Grad versetzt nahe dem Rand) der Haltegriffe bei wirklicher Belastung durch die dünnen Fliesen gehalten werden.

    Im Baumarkt wurde mir ein sündhaft teurer Injektionsmörtel von Fischer empfohlen, aber gemäß der Beschreibung geht es da eher nicht um das Auffüllen größerer Hohlräume mit Fliesen-Verkleidung, sondern um eine kraftschlüssige Verbindung zwischen speziellen Siebhülsen und einem insgesamt für Lasten geeigneten Träger. Zudem müsste ich mir bei Siebhülsen noch Gedanken über die Montage der Rosetten machen. Ich habe diesen 2K-Injektionsmörtel auch von anderen Firmen für erheblich weniger Geld gefunden, frage mich aber, ob eine oder alle Marken für folgenden Pfusch geeignet sind:
    - ca. 300 ml Injektionsmörtel pro Rosette (3 Bohrlöcher) verteilen, um zwischen den Fliesen und den Hohlziegeln im Idealfall einen massiven durchgehenden Übergang zu schaffen (sofern Mischung ohne Siebhülse pastös genug ist)
    - dann schnell die Dübel (möglichst welche ohne große Öffnungen) in die Bohrlöcher drücken
    - nach einer angemessenen Aushärtezeit einfach die Rosetten mit Hilfe der Dübel festschrauben

    Es gab im Baumarkt auch noch Schnellzement von Fundamo, aber damit habe ich leider bisher keine Erfahrungen und ich fand die Angaben auf der Verpackung zur Verarbeitung teilweise unklar: "Verarbeitungszeitraum: ca. 3 - 8 Minuten (20 °C). Verarbeitungstemperatur: 5 °C bis 30° C.".

    Was bedeutet das konkret? Ich habe einen Eimer mit der passenden Menge Wasser und fange an da den Schnellzement einzurühren...

    Läuft die Zeit sobald ich das erste Pulver in die Flüssigkeit gebe, so dass man sich beim Herstellen der klumpenfreien Mischung extrem beeilen muss?

    Wie ist der Zeitraum 3 - 8 Minuten zu verstehen? Beziehen sich die 20 °C auf die Temperatur der Mischung und ist die Verarbeitungstemperatur (5 °C bis 30 °C) die Umgebungstemperatur, so dass ich bei sommerlichen 30 Grad nur 3 Minuten und im Winter bei 5 Grad immerhin 8 Minuten Verarbeitungszeit habe?

    Im Prinzip könnte ich den Schnellzement in eine leere Kartusche füllen und dann in die Bohrlöcher injizieren. Das Zeug ist wirklich preiswert und hat vermutlich auch die geeignete Konsistenz, um eventuelle Hohlräume im Umkreis der Bohrlöcher zu verfüllen. Nur dass es hier keine 2 Komponenten mit Quirl in der Tülle gibt und ich mich daher wahrscheinlich ziemlich beeilen muss.

    Ich würde mich sehr freuen, wenn mir jemand ein paar Tipps geben könnte. Vielen Dank schon mal fürs Lesen.

    Viele Grüße
    Thunfisch
     
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  3. #2 Elektrofuzzi, 06.09.2019
    Elektrofuzzi

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    Ich denke mit dem Schnellzement
    wird das so nicht klappen.
    Die Wand besteht also aus Hohllochziegeln? Hast du mit Schlag gebohrt? U.U. sind dann dabei noch einige Stege zerbröselt und du kannst da Kartuschenweise Kleber reinpumpen.
    Ich nehme für sowas immer Alkon 10 von Beko. Ist ein PU Kleber in der Kartusche,der mittels der Luftfeuchtigkeit aushärtet. Das wird bei einer so großen Menge aber auch ein paar Tage dauern bis das ganz erhärtet ist. Ist auch nicht so günstig,aber wird bombenfest.
     
  4. #3 Thunfisch, 06.09.2019
    Thunfisch

    Thunfisch Neuer Benutzer

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    Hallo Elektrofuzzi,

    vielen lieben Dank für Deine Antwort.

    Welche Arbeitsschritte wären Deiner Ansicht nach problematisch?

    Ja, ich habe mit Schlag gebohrt, da die Ziegel echt ziemlich hart sind. Ich kann den Griff aber etwas versetzen und neue Löcher ohne Schlag bohren.

    Klingt vielversprechend und da hätte ich wohl auch keinen Zeitdruck beim Injizieren und Verdübeln. Ich frage mich aber, ob eine 2 cm dicke Schicht Alkon 10 im Inneren einer Wand durch Luftfeuchtigkeit vernünftig aushärten kann?

    Viele Grüße
    Thunfisch
     
  5. #4 Elektrofuzzi, 06.09.2019
    Elektrofuzzi

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    Ich denke das der Zement nicht überall hinläuft um zu stabilisieren.
    Der PU Kleber expandiert und je nach Menge kann das auch länger quillen und dauern bis er vollständig aushärtet.
    Und der härtet aus.
    Ich hatte bei meinem Junior im Zimmer zwei Wandregale aufhängen wollen,allerdings nur mäßigen Erfolg gehabt beim Bohren. Alle Löcher zu groß geworden,zu viel Putz rausgebröselt,kein Dübel hielt.
    Dann hat mir ein Kumpel eine Kartusche Allcon10 migebracht.
    Mangels Erfahrung mit dem Zeug,ordentlich was in die Bohrlöcher gepumpt und Regal drangeschraubt. Der Kleber ist bestimmt noch eine Woche lang rausgequollen. Hab das dann immer abgebrochen und irgendwann war dann auch Schluss damit.
    Als ich aber vor dem Umzug die Regale abbauen wollte, hab ich mit dem Akkuschrauber versucht die Schrauben rauszudrehen. Nix da,fest. Dann hab ich ne 1/4 Zoll Ratsche mit Torxbit genommen und gedacht,entweder gehen die Schrauben jetzt los oder die Ratsche fliegt auseinander. Weder noch,die Schrauben sind alle in der Wand abgerissen.
    Mann kann beim Allcon10 Kleber das Aushärten beschleunigen,indem man Wasser vorher ins Bohrloch spritzt. Hat aber den Nachteil,das dann da natürlich auch die Kartuschenspitze mit in Kontakt kommt und dann ist die mit Kleber gefüllte Spitze schnell hart und für die Tonne.
    Ich mach es jetzt immer so,daß ich den Dübel in einen Becher mit Wasser tauche und dann ins klebergefüllte Bohrloch stecke.
    Und besser erst aushärten lassen und dann die Schrauben reindrehen,sonst sind die für immer fest. Und Handschuhe tragen,den Kleber kann man nur mechanisch entfernen oder muss rauswachsen.
    Gruss Claus
     
  6. xeno

    xeno Erfahrener Benutzer

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    Wenn die Hohlräume direkt hinter den Fliesen sind, sind diese vermutlich im Dickbettverfahren verlegt, auf Mörtelbatzen. Dann kommt es darauf an wo du bohrst, ob Mörtel oder Luft hinter der Fliese ist. Gerade bei den Fugen ist tendenziell eher ein Hohlraum, in der Mitte der Fliesen eher Mörtel.
    Ich würde generell immer lieber mitten in die Fliesen bohren, als in die Fugen.
    Also das könnte dein Problem schon beheben.
    Fehlbohrungen mit Silikon verschließen.

    Ansonsten nutze ich bei sehr porösem Untergrund immer meine Spezialpfuschtechnik um etwas mit Dübeln (wenn eingeklebte Gewindestangen nicht sinnvoll sind) stabil zu befestigen (z.B. Küchenhängeschränke):
    Loch bohren, etwas größer als der Dübeldurchmesser
    Lange Schrauben und Dübel verwenden
    Schraube in der Hand komplett in (durch) den Dübel schrauben
    Loch aussaugen, vornässen
    Injektionsmörtel in das Loch bis es fast voll ist
    Vorbereiteten Dübel mit Schraube in das Loch treiben (Hammer) so dass der Schraubenkopf auf der Endhöhe ist.
    Warten bis Mörtel hart ist (10min+, je nach Mörtel)
    Schraube herausschrauben und gewünschtes befestigen

    Wenn die Schraube nicht vorher schon im Dübel ist, füllt sich dieser beim eintreiben mit Mörtel und man hat keine Chance, noch eine Schraube einzudrehen.

    Die Verarbeitungszeiten sind abhängig von der Umgebungstemperatur. Ist ja eine chemische Reaktion, die von Wärme beschleunigt wird.
     
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