Sandstrahlen zum Entrosten und Entschichten verschiedener Oberflächen

Dieses Thema im Forum "Eure Projekte und Anleitungen" wurde erstellt von Simon_O, 13.09.2016.

  1. #1 Simon_O, 13.09.2016
    Simon_O

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    Hallo zusammen,

    hier mal ein ganz anderes aber für den ein oder anderen vielleicht trotzdem interessantes Thema:

    Im Rahmen einer Hochschularbeit beschäftige ich mich mit der Strahlverfahrenstechnik, genauer dem Reinigungsstrahlen zum Entrosten und Entschichten verschiedener Oberflächen, oder kurz dem Sandstrahlen. Das Ziel ist ein eigenes Strahlgerät zu entwickeln, dass für kleinere Arbeiten im Heimwerkerbereich – möglicherweise auch in kleinen Betrieben – eingesetzt werden kann. Dazu muss ich nun den Bedarf und die Anforderungen an ein Strahlsystem ermitteln. Bücher etc. helfen mir hierbei eigentlich gar nicht, ich verspreche mir aber mehr von einem Austausch mit potentiellen Anwendern.

    Deswegen möchte in diesem Beitrag ganz allgemein fragen, wer denn bereits Oberflächen selber gestrahlt oder die Arbeit extern vergeben hat und was für gute oder schlechte Erfahrungen gemacht wurden. Dabei könnten z.B. die folgenden Punkte genannt werden:
    • Beschreibung der zu bearbeitenden Oberfläche, gerne auch mit Bild (kleine oder große Fläche, Geometrie, schwer zugängliche Stellen, …)
    • Strahlzweck (Putzen/Entrosten/Entschichten)
    • Eingesetztes Strahlgerät (z.B. Strahlkabine, mobiles Strahlgerät)
    • Eingesetztes Strahlmittel (Schlacke, Korund, Granatsand, …)
    • Verwendeter Kompressor
    • Fazit
    Grundsätzliche sind alle Erfahrungen hilfreich. Gerne kann auch beschrieben werden, warum man sich bei einzelnen Projekten gegen das Sandstrahlen entschieden hat und die Arbeit stattdessen mit Winkelschleifer/Rostumwandler etc. durchgeführt hat. Oder warum die Anschaffung eines Strahlgeräts für einen selbst nicht sinnvoll ist.

    Schon mal vielen Dank für eure Mühe im Voraus.

    Grüße, Simon
     
  2. AdMan

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  3. #2 Simon_O, 13.09.2016
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    Hallo nochmal,

    als Beispiel mache ich den Anfang einfach mal selbst. Für ein besseres Verständnis habe ich nämlich selbst schon kleinere Teile gestrahlt.

    Dazu habe ich mir die Sandstrahlpistole SP1000 und eine Sandstrahlkabine (220l) gekauft. Bei der SP1000 handelt es sich um ein kostengünstiges und einfaches Gerät, das mit vier verschiedenen Adaptern (Punkt-, Flächen-, Außen- und Innenkantenaufsatz) geliefert wird und somit ein staubfreies Arbeiten sowie ein Wiederverwenden des Strahlmittels ermöglicht. Die Strahlkabine war mehr als Vorsichtsmaßnahme gedacht, falls das mit dem staubfreien Arbeiten doch nicht so gut funktioniert. Als Strahlmittel habe ich vor allem Schmelzkammerschlacke (0,2-1,4 mm) verwendet. Einen Kompressor brauchte ich nicht, da ich Zugriff auf ein Druckluftnetz habe.

    Die Werkstücke, die ich entschichtet und entrostet habe, hatten eine relativ komplexe Geometrie mit teils schwer zugänglichen Stellen. Beim Strahlen musste ich dann sehr schnell feststellen, dass die Aufsätze für die Art der Arbeit komplett ungeeignet sind – jemand mit ein wenig Erfahrung hätte sich das wahrscheinlich früher denken können. Ohne die Strahlkabine wäre das alles in sehr viel Staub geendet und hätte große Sauerrei gegeben. Mit dem Ergebnis war ich aber zufrieden und ich denke, dass ich mir in diesem Fall viel Mühe erspart habe.

    Grüße, Simon
     

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  4. pinne

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    für sandstein - gafitti geht wasserstrahlen mit quarzbeimischung .
     
  5. Maggy

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    Ich habe so was mal vor zig Jahren durch einen Nachbarn machen lassen
    Es waren stahlfelgen von einem VW Käfer (mein 1. Auto). Der hat die verrosteten Dinger mit auf die Arbeit genommen.
    Die Felgen sahen danach wie Hammer schlag lackiert aus und waren leicht bläulich.
     
  6. xeno

    xeno Erfahrener Benutzer

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    Ich hab mein Hoftor kürzlich sandstrahlen und feuerverzinken lassen (und an eine andere Stelle versetzt), bin sehr zufrieden.

    Für eine Strahkabine hab nicht den Bedarf dass es sich lohnen würde und ein mobiles Gerät würde ich wegen der Staubentwicklung nicht verwenden wollen... Und Trockeneis-Strahlen ist wohl eher nix für den Heimwerker ;)
     

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  7. #6 selfmademan, 13.09.2016
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    Als Kosteninfo:
    ich habe eine Stuhlrohrgestell für 25€ entlacken lassen und passiviert für ca. 1 Woche wiederbekommen. Also kein Sandstrahlen.
    Meine Oldtimer behandel ich u.U. mit Fertan, Owotrol oder ich verzinne je nach Sichtfläche.
    Also Alternativen zum Sandstrahlen
     
  8. Maggy

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    Die Teile sind sehr schön geworden. Ich hätte nicht gedacht das man so etwas praktisch zu Hause machen kann
     
  9. #8 Simon_O, 14.09.2016
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    @pinne Danke für den Hinweis. Ich habe auch schon gehört, dass das funktioniert und dass es z.B. für die Hochdruckreiniger von Kärcher Sandstrahlaufsätze gibt.

    @xeno Das Hoftor ist schön geworden. Auch mit Vakuumstrahlen wäre hier kein staubfreies Strahlen möglich gewesen, gerade bei den Mittelstreben. Außerdem muss das Tor ja eh raus, wenn es anschließend feuerverzinkt werden soll. Danke für die Hinweise. Ich denke auch, dass sich für viele die Anschaffung einer Strahlkabine einfach nicht lohnt. Außerdem kann man mit einer Kabine ja eh nur kleine Teile strahlen, und gerade zu Hause wäre wohl ein flexibler Einsatz wünschenswert. Wenn bei den mobilen Geräten nur nicht der ganze Staub wäre. Trockeneis habe ich für meine Arbeit auch schon ausgeschlossen.

    @selfmademan Danke für die Info. Ich denke, das ist ein Punkt, der dafür spricht, vom Profi strahlen zu lassen. Nämlich, dass das Stuhlrohrgestell ohnehin noch zum Schutz passiviert wird.

    @Maggy Ja ich war selber sehr zufrieden mit dem Ergebnis, hatte davor keine Ahnung wie gut das funktioniert. Ohne Strahlkabine wäre das aber eine richtige Sauerei geworden.
     
  10. #9 MacFrog, 14.09.2016
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    Zum Sandstrahlen habe ich einen alten Industriekompressor (2 Zylinder) mit 2 umgebauten 33Kg Propangasflaschen als Lufttank. Allerdings habe ich bisher nur mal eine Hinterachse gestrahlt . Aktuell ist ja Eisstrahlen sehr in Mode , da ist natürlich der Vorteil , das kein Strahlgut mehr im Fahrzeug (Wenn man Autos Strahlt) verbleibt .
    Der große Nachteil beim Sandstrahlen ist natürlich die Sauerei mit dem Strahlgut , wenn man größere Teile behandelt , und keine dementsprechende Kabine hat.
     
  11. #10 Simon_O, 15.09.2016
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    Was für eine Strahlpistole und Strahlmittel hast du denn für deine Arbeit verwendet und warst du dann zufrieden mit dem Ergebnis?
     
  12. #11 MacFrog, 15.09.2016
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    Fabrikat müßte ich mal schauen , war ein einfaches Ding , was ich mal beim Werkzeugdealer mitbestellt hatte (keine 50€) , Strahlgut hat mein Hallenmitmieter besorgt . Ergebnis für diese Zwecke ausreichend. Für Nicht-Sichtbare teile , die auch nicht groß nachbearbeitet werden sollen , noch Ok. Für Profiarbeiten aber nciht geeigenet , dauerte auch zu lange. Nächstes mal lass ich was Eisstrahlen , schaeuen wie das aussieht. Da haben wir zum Glück eine kleine Firma für , hier im Dorf.
     
  13. #12 Simon_O, 18.09.2016
    Zuletzt bearbeitet: 18.09.2016
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    Ja Trockeneisstrahlen finde ich ebenfalls sehr interessant, auch wenn das Verfahren natürlich seine Grenzen hat. Würde ich am liebsten selbst mal ausprobieren, wenn es nicht so aufwändig und teuer wäre. Aber vielleicht ergibt sich ja mal die Gelegenheit. :)

    Gibt es sonst noch mehr Mitglieder, die schon Erfahrungen mit dem Sandstrahlen gemacht haben? Wie gesagt alle Erfahrungen sind hilfreich, egal ob gut oder schlecht - und für viele ist es sicher interessant.
     
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