Mein Dachgeschossboden - eure Einschätzung zur Konstruktion, dämmen: wenn ja, wie?

Diskutiere Mein Dachgeschossboden - eure Einschätzung zur Konstruktion, dämmen: wenn ja, wie? im Isolierung und Dämmung Forum im Bereich Der Innenausbau; Hallo! So, ich habe mich ja im Vorstellungsbereich schonmal vorgestellt. Jetzt hier zu meinem aktuellen "Problem", d.h. ich suche im ganzen Haus...

  1. #1 TheManneken, 15.12.2016
    Zuletzt bearbeitet: 15.12.2016
    TheManneken

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    Hallo!

    So, ich habe mich ja im Vorstellungsbereich schonmal vorgestellt. Jetzt hier zu meinem aktuellen "Problem", d.h. ich suche im ganzen Haus nach Möglichkeiten, Wärmebrücken zu entfernen bzw. was für wohlige Temperaturen zu tun. Das Haus ist im EG und 1. OG bewohnt. Im DG (voll begehbar aber nicht ausgebaut) wird nicht geheizt, das Dach wurde jedoch vor ein paar Jahren komplett neu gemacht und ist auch gedämmt.

    Da dieser Dachboden aber wie gesagt nicht geheizt wird, es dort aber trotzdem immer deutlich wärmer als draußen ist und ich das Gefühl habe, dass die Wärme immer sehr schnell durch die Decke im 1. OG nach oben wegzieht, habe ich mir mal die Konstruktion des Dachbodens angeschaut. Zusätzlich zur Dämmung der Rollladenkästen würde ich nämlich evtl. gern den Dachgeschossboden dämmen.

    Also habe ich mal ein paar der Latten entfernt und mir angeschaut, wie es darunter überhaupt aussieht und folgenden kam zum Vorschein:

    [​IMG]

    Unter den begehbaren Latten (oder Dielen? Sagt mir bitte mal, wie ich die nennen soll) ist zwischen (!) den tragenden Balken auf dünnen Leisten noch mal eine Bretterkonstruktion lose aufgelegt, auf der eine Schüttung (sieht mir teils auch nach einer Art ehemaligem Estrich aus) aufgebracht ist. Nicht dicker als 1 cm. Eigentlich ist das heute fast nur Staub, keine Ahnung wie alt diese Konstruktion ist. Darunter ist die Decke hohl und gleich danach sieht man die Decke des 1. OG:

    [​IMG]

    [​IMG]

    Ich denke mal, das ist doch eine absolute Energieverschwendung, wenn ich den Dachboden vom 1. OG aus durch die Decke mitheize? Jetzt meine Fragen:

    - würdet ihr den Dachgeschossboden trotz des gedämmten Daches hier dämmen? (Rollladenkästen stehen noch an, aber hier war meine Neugier größer)
    - was hat es mit dieser komischen Unterkonstruktion mit den den Zwischenplatten und der Schüttung eigentlich auf sich? Wann wurde so gearbeitet und welchen Zweck hatte das?
    - Falls gedämmt werden würde: ich würde sämtlichen Dreck aus den Zwischenräumen entfernen und mit Steinwolle den Hohlraum ausfüllen, bevor ich den Boden wieder zu mache. Gute Idee?
    - Zum Wiederverschließen des Bodens würde ich je nach Zustand die entfernten Bretter einfach wieder neu montieren und einzelne Bretter ggf. austauschen bzw. Lücken mit neuen Brettern schließen (alte Bretter mit den Jahren geschrumpft). Was empfiehlt sich sich? Gute Idee oder Pfuschgefahr? Falls gute Idee: wie würdet ihr es machen, wenn der Dachboden ggf. auch mal ausgebaut und bewohnt werden soll? Mein Vater hat den teilweise ausgebauten Dachboden seines Hauses doppelt mit OSB-Platten direkt auf dem Gebälk verschlossen, darüber ist ein Flur mit Laminat. Das wurde so vor ca. 10-15 Jahren von ihm gemacht und erscheint mir solide (Boden eben und schwingt nicht, kein Knarzen etc.) und wenn das "taugt" würde ich ihm das nachmachen.

    Die Fläche des Dachbodens beträgt übrigens ca. 70 qm, falls das wichtig sein sollte. Balken sehen für mein Auge alle noch gut aus (nicht morsch, schwingen nicht nach, gesamter Boden recht "stabil" sag ich mal.

    Würde mich über eure Einschätzung und Tipps sehr freuen :)
     
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  3. xeno

    xeno Erfahrener Benutzer

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    Das wurde eben früher so gemacht, der Einschub in Verbindung mit dem Hohlraum dient der Dämmung von Schall und Wärme.
    Der "Dreck" ist der Schallschutz und der Hohlraum die Wärmedämmung.

    http://www.holzfragen.de/seiten/holzbalkendecken.html
    Da sieht man den Aufbau der alten Decken, lies vor allem mal den Teil unten zum Schallschutz.

    s.o., dann wird der Schallschutz schlechter sein. Am besten wäre es wohl, wenn du den Hohlraum mit Dämmwolle füllst, oben drauf den Einschub und den "Dreck" wieder drauf. Der Dreck darf keine Last abkriegen, da muss noch etwas Luft sein. Evtl. die Balken dazu aufdoppeln. Oben drauf dann OSB-Platten oder so.

    Das ist aber nur meine Laien-Gedanken dazu, da kennt sich sicher noch jemand besser aus hier ;)
     
    pinne gefällt das.
  4. kbup

    kbup Benutzer

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    Wie soll man den Hohlraum denn mit Dämmwolle füllen? Die Staken entfernen und später wieder montieren?! Die Schüttung wird im Laufe der Zeit teilweise in die Wolle reinrieseln, da die Stakenkonstruktion nicht abdichtet. Die Staken sind bei alten Decken ohnehin oft brüchig und müssten im Zuge de Dämmung ersetzt werden. Das kommt einer Totalsanierung nah.

    Zudem dürfte das Befüllen des Hohlraums [ohne "Dampfsperre"] die Gefahr bergen, dass sich dort Feuchtigkeit ansammelt, die dann auf die Balken übergeht. Das wäre mir zu heikel.

    Ich würde eine solche alte Holzbalkendecke nicht großartig verändern, wenn es nicht sein muss. Schäden reparieren; sonst nichts!
     
  5. #4 Mr.Ditschy, 17.12.2016
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    Bei mir war dies auch so, doch da war Schlacke und Schutt drinn ...
     
  6. #5 TheManneken, 18.12.2016
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    Danke schon mal für eure EInschätzung. Habe mir den Link zu holzfragen.de durchgelesen und es ist schon sehr interessant, wie das früher gemacht wurde. Decken in Neubauten werden heute aber nicht mehr so gemacht, richtig? Ich habe am Samstag mal einen Abstecher in den Baumarkt gemacht, wollte mal hören, was man mir da so empfiehlt. Die Tatsache, dass dort Verkäufer arbeiten und keine Handwerker, ist mir bewusst. Jedenfalls schilderte ich auch dort den Aufbau meiner Decke und der Fachberater schien diese Bauweise ebenfalls zu kennen.

    Auf meine Frage, was ich tun könnte, um den Wärme- und Schallschutz der Decke zu verbessern und den Boden selbst ausbaufähig zu erneuern, sprich ggf. Wohnraum auf dem Dachboden einzurichten, empfahl er mir Mineralwolle von Rockwool in Form von Dämmplatten für den Zwischenraum der tragenden Balken, aber empfahl mir auch eine Dampfsperre, die darunter anzubringen wäre, also unterhalb der Balken, also anscheinend das, was kbup sagte (womit die Decke in den Räumen unterhalb wohl zu erneuern wäre) und OSB für oberhalb anstelle der alten teils krummen und beschädigten Dielen, doppelt verlegt und verleimt und als Nut-und-Feder...

    Alternativ dazu bot er mir auch, ebenfalls von Rockwool, einen Dämmfilz zum Verlegen auf der ansonsten im jetzigen Zustand unveränderten Decke an, also ich solle die Decke wieder so verschließen, wie sie war, anschließend den Dämmfilz verlegen und unmittelbar darauf wieder OSB...

    SInd die Vorschläge des Baumarktes in der Form brauchbar oder würde ich hierbei eher mehr falsch als richtig machen?
     
  7. Mommel

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    Was spricht gegen Einblasdämmung ? Habe ich bei mir so gemacht. Das Ergebnis ist überzeugend. Boden aufdoppeln, Einblasdämmung rein und gut ist. Günstiger als Klemmfilze sollte es auch noch sein.

    Bretter rausnehmen,den Schutt beseitigen, 10`er Kanthölzer oder mehr auf die Balken schrauben, Einblasdämmung drauf und mit OSB oder dergleichen verschließen.
     
  8. #7 Mr.Ditschy, 18.12.2016
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    Wenn auf dem Dachboden beheizter Wohnraum entsteht, wozu dann eine Dampfbremsfolie (und OSB-Platten wirken auch wie eine Dampfbremse)?
     
  9. #8 TheManneken, 19.12.2016
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    @Mommel
    Dein Vorschlag klingt auch interessant. Werde ich mal im Hinterkopf behalten! :)

    @Mr.Ditschy
    Genau deshalb frage ich ja. Weiter oben wurde geschrieben, dass evtl. Feuchtigkeit in die Balken eindringen kann. Ich nehme mal an, das geschieht, wenn die warme feuchte Luft in die kalte (aber gedämmte) Decke zieht, sich dort staut und dann die Feuchtigkeit kondensiert. Oder?
     
  10. #9 HolyHell, 20.12.2016
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    Ich verstehe die Konstellation nicht so ganz:
    Normalerweise dämmt man entweder die oberste Geschossdecke oder das Dach. Da Du vor ein paar Jahren das Dach hast dämmen lassen ist da die Entscheidung eigentlich schon gefallen.
    Jetzt noch die Decke zu dämmen macht nicht wirklich Sinn. Dann bleibt der Dachboden kalt, obwohl das Dach gedämmt wurde?
     
  11. #10 Frodo_Kurz, 24.12.2016
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    Ich habe bei mir dieselben Voraussetzungen gehabt. Allerdings lag bei mir in der Zwischendecke ein Stroh-Lehmgemisch. Bei der einen Hälfte der Decke habe ich die Schüttung komplett rausgenommen und den kompletten Zwischenraum zwischen den Dielen oben und der Putzbretter unten alles komplett mit Mineralwolle ausgefüllt. Eine Super Wärmedämmung aber trotz Balkentrittschalldämmung war die Schalldämmung lausig. Bei der anderen Seite habe ich die Schüttung drin gelassen und den oberen Hohlraum mit Mineralwolle gedämmt. Danach habe ich schwimmend chromatisierte Schwalbenschwanzstahlblechplatten verlegt und dann Spezialestrich darauf verlegt ( Estrich aus scharfkantigigem Kies mit 1,8 er Körnung und eine Handvoll Kohlefasern in den Mischer mit einer eins/dreier Mischung). Jetzt habe ich eine Super Wärmedämmung und eine gute Trittschalldämmung. Der ganze Aufbau hat eine Last von 7 Tonnen bei 27 Tonnen Durchbruchlast der Balken. Also alles im grünen Bereich.

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