Kataba

Dieses Thema im Forum "Werkzeuge im Test" wurde erstellt von Georg, 14.05.2012.

  1. Georg

    Georg Benutzer

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    Jemand schon mal mit so etwas gearbeitet und kann mir ein paar Anwendungsbeispiele geben und worauf ich achten muss (Nein, Händler möchte ich nicht wissen!)

    Danke für ernstgemeinte Hilfe :)
     
  2. AdMan

    Schau mal hier in diesem Ratgeber. Dort findet man viele Antworten!
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  3. #2 harekrishnaharerama, 14.05.2012
    harekrishnaharerama

    harekrishnaharerama Erfahrener Benutzer

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    Ist das eine Japanische Zugsäge? Ich glaube der Vorteil ist die genaue Schnittführung und die geraden Zahnreihen. Mit anderen Worten man kann sehr dicht an Werkstücken absägen - zum Beispiel Dübelstangen oder ähnliches.

    Mit normal verschränkten Zahnreihen ist man zwar schneller, aber hat dann sichtbare Spuren an dem Werkstück. Außerdem neigt man beim Hin- und Herbewegen eher dazu eine Kurve zu sägen ;)
     
  4. josh

    josh Erfahrener Benutzer

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    frag wikipedia :D



    man sollte bei den ganzen japansägen drauf achten, dass man nur auf Zug arbeitet, sonst knickt das blatt sehr schnell...
     
  5. #4 Toffi87, 15.05.2012
    Toffi87

    Toffi87 Erfahrener Benutzer

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    Zitat: Mit normal verschränkten Zahnreihen ist man zwar schneller...

    Hast du denn selbst schon einmal mit einer japanischen Säge (Nokogiri) gearbeitet? Denn die Aussage ist schlicht weg falsch. Mit den geschränkten europäischen Sägen ist man nicht schneller als mit den japanischen.
    Bei den Holzbearbeitungswerkzeugen sind die Japaner wohl Spitzenreiter, was die Präzision, Schnelligkeit und die Sauberkeit des Schnittes angeht.

    Überall kann man diese Sägen mittlerweile bekommen. Auch bei Billigdiscountern werden sie angeboten. Ich kann nur sagen - Finger weg von dem Billigschei..

    Auch das arbeiten mit diesen Werkzeugen benötigt ein gewisses Maß an Erfahrung und Übung, bevor man mit ihnen perfekt arbeiten kann. Wie oft habe ich schon gesehen das schon nach wenigen Zügen sich das Sägeblatt geknickt hat und der eigentlich gerade angezeichnete Strich Millimeter, wenn nicht sogar Zentimeter weit vom Schnitt entfernt lag.

    Die gängigsten Nokogiris sind wohl die Kataba, Ryoba und die Dozuki. Die Dozuki unterscheidet sich von der Kataba in der Blattstärke und an dem, nicht wie bei der Kataba, vorhandenem verstärkten Rücken um ein ausknicken zu verhindern. Die Ryoba ist bestimmt das beliebteste Werkzeug, da diese 2 verschiedene Sägeblätter aufweist. Auf der einen Seite findet sich eine Verzahnung die für Querschnitt geeignet ist und auf der anderen eine Verzahnung für Längsschnitte.
    Gerade bei den Längsschnitten sind diese Sägen der echte Hammer. Mit jeder europäischen "Mistsäge" müht man sich da nur ab und kommt Null voran, ganz anders bei den Zähnen der japanischen Sägen.
    Es gibt noch viele andere Spezialsägen, wobei natürlich jede eine andere Anwendung hat.

    Und ja, es handelt sich dabei um eine japanische Zugsäge. Wobei aber alle japanischen Sägen auf Zug arbeiten, genau wie Kannas (japanischen Hobel). Lediglich beim arbeiten mit einem Stemmeisen wird so gearbeitet wie bei uns - mal abgesehen vom Werkstoff des Eisens.

    Anwendungsbeispiele:
    Schreiner- und Zimmererarbeiten. Die Anwendungen finden sich hier genau an den selben stellen wo man auch mit "normalen" Sägen bei uns arbeitet. Ablängen, Absetzen, Einschneiden usw. Nur wesentlich besser, schöner und "einfacher".

    Worauf solltest du achten:
    1) Bei ungeübten läuft die Säge gerne weg. Da man mit ihr nicht, wie bei den Bügelsägen, dagegen steuern kann. Man muss somit meist Neuansätzen. Daraus folgen aber immer hässlige Schnitte.
    2) Auf deine Finger achten. Kein spass!! Einmal abgerutscht schneiden sich die tief ins Fleisch rein.
    3) Feststellen für welche Dimensionen von Holz du die Säge benötigst. Es gibt viele unterschiedliche größen mit unterschiedlich ausgeprägten Zähnen (Sehr fein bis sehr grob).
    4) Üben, üben, üben. Der Spruch : "Übung macht den Meister", trifft hier zu 100% zu. Wenn man oft mit diesen Sägen arbeitet und erst mal den Kniff raus hat, kann man einen Schnitt ohne ihn zuvor angezeichnet zu haben exakt im rechten Winkel schneiden (vorausgesetzt man kann gescheit gucken :) )


    Nur um einfach mal solch eine Säge zu haben, sind die echt zu schade (ich gehe hier nun von Qualitätsware aus). Wenn damit nicht viel gearbeitet wird, würde ich mir nen Fuchsschwanz zulegen. Der reicht dann alle male.


    Wen die japanische Schmiedekunst bzw. deren Produkte für die Holzbearbeitung interessiert dem kann ich ein klasse Buch empfehlen. Es wurde selbst von einem Japaner geschrieben, der mittlerweile in den USA lebt. Aber keine Angst das Buch ist auf Deutsch. Hier werden alle Werkzeuge exakt beschrieben. Er selbst ist ein gelernter Tategusi (Schiebetürenbauer). Die filigranen arbeiten kommen dem des Schreiner schon sehr nah. Daher ist dieses Buch auch so angelegt.


    Ich weiß, einen Händler wolltest du nicht wissen. Aber für den Fall der fälle gebe ich ihn dir/euch dennoch Preis. Du musst ja dort nichts kaufen, aber man kann sich einmal durch die Webseite klicken und sehen was es alles so für Werkzeuge gibt und wie viel die teilweise kosten.
    Ich selbst habe dort schon unzählige Euros gelassen und bin mit den Waren 100%ig zufrieden.

    Startseite | DICTUM GmbH - Mehr als Werkzeug


    Viele Grüße
     
  6. #5 harekrishnaharerama, 15.05.2012
    harekrishnaharerama

    harekrishnaharerama Erfahrener Benutzer

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    Wow, Du bist ja total in der Materie drin. Danke für diesen Beitrag *5 Sterne drück*
     
  7. #6 MacFrog, 15.05.2012
    MacFrog

    MacFrog
    Moderator

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    Ja das ist mal klasse beschrieben. Den Shoplink lasse ich als Infolink stehen ! (normal sollen wir ja alles werbemäßiges ja löschen....)
     
  8. Georg

    Georg Benutzer

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    Würde auch mal sagen, dass dieser Beitrag nicht unter Spam fällt. Sehr schön ausgeführt. Richtig schmackhaft gemacht.

    -> Hände weg von Billigsch...

    Wenn man meine Beiträge liest merkt man schnell, dass ich nichts von Discountern halte. werde mir am Wochenende den Shop mal zu Gemüte führen! Ein toller Beitrag! :cool:
     
  9. #8 Toffi87, 17.05.2012
    Toffi87

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    Freud mich wenn der Beitrag gefällt.

    Ich selbst bin erst durch meine Zimmererausbildung zu den japanischen Werkzeugen gekommen. Daher kann ich aus Erfahrung sprechen was meist schief läuft und falsch gemacht wird.
    Auch habe ich zu Beginn den Fehler gemacht mir die Werkzeuge zuzulegen weil ich von ihnen gehört habe und weil sie viele Loben. Erst nach und nach mit mehr Übung darin und im Einlesen in diese Produktbranche wurde ich besser und verstand die richtige Anwendungen.

    Mit diesen Sägen kann man echt, ich nenne es einmal ungewöhnlich arbeiten. Der Schreiner spannt seine Werkstücke ja immer in einer Hobelbank oder an einem Tisch ein um an ihnen arbeiten zu können. Auch ist es meist mit den europäischen Sägen nicht möglich sie alleine mit Muskelkraft bzw. mit seinem Eigengewicht so zu beschweren das man einen ruhigen Abschnitt hinbekommt.

    Der Japaner hat sich angewöhnt im sitzen bzw. knien zu essen, wieso also die arbeiten nicht auch so ausführen? Das ist jetzt in der tat kein scherz, die arbeiten beim Stemmen, Sägen und Hobeln wirklich im knien oder sitzen. Mit den Werkzeugen ist das auch sehr gut möglich. Durch die feinen Sägen und den ruhigen lauf bei geringem Kraftaufwand, genügt es schon das Holzstück auf der Hobelbank mit nur einer Hand zu fixieren. Wenn richtig mit der Säge umgegangen wird wackelt das Stück Holz kein einziges mal.

    Auch eine nette "Erfindung" ist der kleine Holzbock. Meist nicht mehr als 20 cm hoch und maximal 50 cm breit. Ich selbst habe mir 2 Stück gebaut. Aufgrund meiner großen Körpergröße :) habe ich die Böcke aber etwas höher hergestellt (25 bis 30cm).
    Der große Vorteil damit ist: geringer Platzverbrauch, überall einsetzbar und leichte Handhabung. Reißt man sich nun z.B. einen geraden Zapfen an einem Stück Holz an, wo der Schnitt ja nun über das Stirnholz und die seitlichen flanken verläuft, kommt schnell das Problem auf: Wie spanne ich das Ding nun ein, damit ich gescheit sägen kann und dass das Werkstück nicht dauernt vibriert.
    Mit dem kleinen Bock ist das nach ein wenig Übung spielend einfach.
    Der Bock wird auf den Boden gestellt, das Werkstück schräg daran gelehnt, so das der Abschnitt bzw. Einschnitt darüber hinaus ragt und nun stellt man nur noch einen seiner Füße darauf und fängt an zu sägen.
    Vorteil: kein vibrierendes Werkstück, sichere Lage des Materials und durch den Blick von oben auf das Werkstück kann man die Säge exakt lotrecht halten und nach dem Schnitt verlauf schauen.

    Das einzige Problem was ich noch nicht ganz gelöst habe sind mehrfach schräge Schnitte, wie sie beim Zimmermann z.b. bei einem Gratsparren vorkommen. Das Holz oder der Anwender muss sich dabei ja so drehen das man gerade schneiden kann. Da komme ich mit den kleinen Böcken noch nicht so klar. Eine kleine Kerve im Bock hilft zwar, aber 100%ig super ist es dennoch nicht :)

    Anbei mal ein Bild von dem Holzbock und der Arbeitsweise. Ich hoffe man verstehts/erkennt es :)


    Und ja, den Link bitte als Infolink betrachten. Ich möchte hier keine Werbung oder ähnliches machen.


    Viele Grüße
     

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  10. #9 harekrishnaharerama, 17.05.2012
    harekrishnaharerama

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    Dein Beitrag macht Mut, daß mal selber auszuprobieren.

    Hier noch ein paar Bilder, um Gratsparren
    [​IMG]

    Und Kerve zu verstehen
    [​IMG]

    Echt toll! Meinen Dank ;)
     
  11. #10 Toffi87, 17.05.2012
    Zuletzt bearbeitet: 17.05.2012
    Toffi87

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    Also so einen Gratsparren an dem sich die Schifter mit einem Zapfen daran anbinden habe selbst ich noch nie gesehen.
    Sowas gehört bestimmt zur Meisterschule. Danke für die Bilder.


    Bei solchen Arbeiten liegt die Schwierigkeit dann nicht nur bei der Ausarbeitung sondern fängt schon beim Aufriss an. Wer das hin bekommt kann 3-dimensional denken ;)
    Ich selbst habe das erst alles am Ende vom zweiten Lehrjahr gerafft. Vorher habe ich die einzelnen Striche immer auswendig gelernt :p...Ein fotografisches Gedächtnis kann da echt dienlich sein ^^

    Zitat: Dein Beitrag macht Mut, daß mal selber auszuprobieren

    Ist doch toll wenn er zum nachmachen anregt. Ich stelle mir auch immer neue Aufgaben. Meine nächste Arbeit wird eine kleine Bank sein, wie man sie in den japanischen Kung-Fu Filmen immer zu sehen bekommt. Das ganze natürlich dann ohne Schrauben und etwas abgeändert. Die Zeichnung ist schon gemacht und wartet jetzt in einer Ecke auf mich...^^


    Ein Traum von mir ist, mal ein eigenes Holzhaus (kein Wohnhaus :) ) zu entwerfen und zu bauen. Natürlich ganz Zimmermannsmäßig mit Fachwerk usw. Das Bauing. Studium ist da auch sehr hilfreich :D


    Viele Grüße
     
  12. #11 Toffi87, 17.05.2012
    Toffi87

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    Ich vergas den Titel des Buches zu nennen :p

    "Die Werkzeuge des japanischen Schreiners" von Toshio Odate

    Grüße
     
Thema: Kataba
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