Herdanschlussdose und Backofen durch Spüle getrennt, erlaubt?

Diskutiere Herdanschlussdose und Backofen durch Spüle getrennt, erlaubt? im Elektroinstallation und Elektrotechnik Forum im Bereich Der Innenausbau; Hi! Ich hätte eine Frage an die Menschen mit Ahnung von Elektrik usw. Ein Backofen von Bosch mit Pyrolyse (3,6 kw, 16A) soll angeschlossen...

Tryggina

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Hi!

Ich hätte eine Frage an die Menschen mit Ahnung von Elektrik usw.
Ein Backofen von Bosch mit Pyrolyse (3,6 kw, 16A) soll angeschlossen werden. Es gibt eine Herdanschlussdose abgesichert mit 3x16A rechts von den Wasseranschlüssen. Links von den Wasseranschlüssen ist die einzeln mit 16A abgesicherte Steckdose für den Geschirrspüler. Kurzfristig soll der Backofen an die Steckdose für den Geschirrspüler, das ist aber langfristig nicht der Hit, weil da eben auch noch der Geschirrspüler hin kommt.

Meine Frage wäre jetzt, ob man das Kabel für einen Backofen an der Spüle vorbei laufen lassen darf. Es gäbe da ein 3m Kabel als Zubehör zum Backofen, das man in den Stecker der Anschlussbox stecken könnte, sobald die installiert ist. Oder sollte der Elektriker lieber direkt aus der Box ein langes Kabel ziehen und die Steckdose dann am Ende montieren? Oder gibt es noch bessere Lösungen?

Vielleicht ist es so besser verständlich:
links nach rechts
Backofen - Geschirrspüler (geplant, aktuell Tischgerät) - Spülenschrank/Steckdose Geschirrspüler 16A - Schrank - Kochfeld (autark, evtl. nur 16A 3,6kw )/Herdanschlussdose/-box 3x16A

Geht das?


LG
 
Holzquadrat

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Ist kein Problem, dafür gibt es Splitter.
Ist bei uns auch so: Backofen 》Geschirrspüler 》Spüle 》Kochfeld
 

Tryggina

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Ok, super.
Die Steckdose für den Geschirrspüler einstweilen zu nehmen, ist ja wohl unproblematisch, oder? Beides wäre am Ende mit 16 A abgesichert.
 

xeno

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Das ist unproblematisch als Übergangslösung, als Dauerlösung sollte der Ofen am besten fest angeschlossen werden und nicht über einen Schuko-Stecker, sprich, den Stecker abschneiden.
Eine normale Steckdose verträgt keine 3,6kW dauerhaft. Falls doch eine verwendet wird, die Steckdose/Kupplung auf keinen Fall verdeckt hinter Schränken verbauen (Brandgefahr).
 

Tryggina

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Aber es gibt doch solche Anschlussboxen, wo 2 Kabel für das Kochfeld rauskommen und ein Kabel mit Steckdose. Ist das dann auch schlechter? Es ist eine Mietwohnung, deswegen hätte ich so ein Teil installieren lassen. Eine neue feste Steckdose kann ich gar nicht machen.
 

dirk11

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@eli Warum haben wir überhaupt Schuko und nicht was definiertes wie z.B. die Franzosen?
 

dirk11

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Aber es gibt doch solche Anschlussboxen, wo 2 Kabel für das Kochfeld rauskommen und ein Kabel mit Steckdose. Ist das dann auch schlechter?
Ja. Das ändert ja nichts an der genannten Tatsache, dass Schuko quasi nur im Neuzustand und auch nur bei Markenware für so eine Dauerlast geeignet ist. Nimmste miese Qualität (die man leider zu 80% bekommt, nämlich alles NoName, und nein, "Kopp" ist keine Marke!), wird das Chinesium, was als Metall benutzt wird, aufgrund hoher Kontakt-Übergangswiderstände schnell warm, verliert dadurch an Federkraft, bekommt einen höheren Widerstand, wird wärmer, uswusf..
Ein fester Anschluß ist immer besser.
 

Tryggina

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Hm. Was heißt das in der Praxis? Keine Pyrolyse vor dem richtigen Anschluss? Uns haben immer alle Elektriker die öfen so angeschlossen, das war denen wohl egal.
 
eli

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@eli Warum haben wir überhaupt Schuko und nicht was definiertes wie z.B. die Franzosen?

Frag ich mich seit über 30Jahren.. Lobby

Nimmste miese Qualität
Ein wenig mehr steckt da oft schon hinter, alleine schon das die Prüfnorm hier den aktuellen Ansprüchen nicht mehr hinterher kommt.
Sei es bei der Steckdose oder dem Stecker und in mieser Qualität bekommt man beides reichlich.. Auch in Franz. Norm

Uns haben immer alle Elektriker die öfen so angeschlossen, das war denen wohl egal.
Egal, nein für viele.. Aber

1) zulässig
2) wenn ich es nicht mache, dann ein anderer und das ständige blablabla mit dem Kunden oder Chef geht den meisten auf den Sack
3) die wenigsten Gesellen im Handwerk können sich ein Nein leisten, wenn dann muss es von "Oben" kommen
4) Stecker ab, als Nichtlieferant des Gerätes muss ich mir die evtl. (fadenscheinige Ausreden) Garantieprobleme nicht antun. Dafür bekomme ich zu wenig für einen Anschluss. Es wäre aber immer zu bevorzugen ihn Fest anzuschließen.

Aber Stecker ist ein zugeständnis an die Küchenbauer und klasse Verkaufsargument. Ich brauche keine Fachkraft, die Haftung liegt beim dummen Kunden wenn es brennt und alle sind fein raus.. :D

Du darfst dein Gerät daran anschließen und auch entsprechend der BDA und Bedingungen des Herstellers benutzen
 

Tryggina

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D.h. rein rechtlich wäre ich dann auf der sicheren Seite oder nicht? Es ist übrigens ein Neubau, marode Leitungen sind da nicht zu erwarten. Ich müsste jetzt halt wissen, wie viel Druck ich beim Elektriker machen muss. Das Kochfeld kommt erst in 3-6 Monaten. Ist das zu lang für die Steckdose des Geschirrspülers? Den Anschluss würde ich den Elektriker machen lassen, der die gesamte Installation gemacht hat (wenn er denn Lust hat). Der wird dann ja wissen, was am besten ist. Ich muss ja irgendwie die 3m überbrücken, wie man das macht, ist mir egal. Hauptsache ordentlich.
 

Tryggina

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Ok, danke für die vielen Antworten, jetzt bin ich schon mal schlauer.
 

dirk11

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4) Stecker ab, als Nichtlieferant des Gerätes muss ich mir die evtl. (fadenscheinige Ausreden) Garantieprobleme nicht antun.
Eine gern genutzte Ausrede, welche aber "garantiert" nicht zieht, da technisch absurd. L und N sind problemlos tauschbar (da es keine passende Orientierung möglich ist), und ein Kurzschluß zu PE ist leicht nachweisbar, wie Du selbst weißt.
Das Problem dabei ist eher der Ärger, den die Deppen, die das vorschieben, einem einhandeln.
Ich würde mich einem solchen Blödsinn jederzeit erwehren, aber die Geduld hat halt nicht jeder.
 

xeno

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Die meisten Öfen sind einfach per Schukostecker angeschlossen und es passiert in den meisten Fällen auch nichts. Falls was passiert, bezahlt die Versicherung, da es so zulässig ist.
Aber nicht alles, was zulässig ist, ist auch sinnvoll. Und mir ist es jedenfalls lieber, wenn ich keinen Brandschaden durch die Versicherung regeln lassen muss.

Da du hier gefragt hast, bekommst du von uns auch die bestmögliche Lösung (Festanschluss) genannt. So würde es ein (vernünftiger) Elektriker bei sich zuhause machen.
Das Ding mit den Steckdose ist, dass die nach Jahren mit dauergesteckten Steckern immer schlechteren Kontakt haben (höhere Übergangswiderstände), dadurch wärmer werden und dadurch noch mehr Übergangswiderstand haben (Kettenreaktion).
Deshalb kann es ohne Vorwarnung recht schnell gehen von "nichts zu sehen" zu "Steckdose schmilzt/brennt".

Das ist eine sehr häufige Brandursache "technischer Defekt" (ich denke sogar, die Häufigste). Meistens bei Trocknern, Waschmaschinen aber sogar bei Kühlschränken kann das passieren, wenn die Steckdose sehr alt und ausgeleiert ist. Wegen der erwähnten Kettenreaktion muss das Gerät gar nicht viel Leistung haben.
Je mehr Leistung das Gerät hat, desto kritischer ist das Ganze aber. 3,6kW über eine Steckdose zu ziehen ist schon sehr "unschön grenzwertig".
Aus diesem Grund ziehen übliche Standard-Ladegeräte für E-Autos z.B. auch nicht mehr als ca. 2kW, also keine maximal möglichen 3,6kW und die Schukostecker haben zusätzlich eine Temperaturüberwachung verbaut, da den Herstellern die Problematik bekannt ist.

Ich weiß von einem Bekannten, bei dem der Backofen in der Küche erhöht verbaut ist und der Stecker dafür zugänglich daneben in der Wand steckt, dass dieser jedes Mal "sehr warm" wird. Da der Stecker sichtbar und zugänglich ist, würde man einen Brand in diesem Fall wenigstens schnell bemerken im Gegensatz dazu, wenn der Stecker hinter der Küchenzeile verbaut ist.
 

Tryggina

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Im Grunde ist es mir auch egal, was der Elektriker zum Schluss macht. Den Herdanschluss muss er ja aufsplitten, d.h. er kommt sowieso. Wenigstens habe ich gute Voraussetzungen, weil Backofen und Steckdose neu sind. Ich hoffe mal, er kommt bald. Aber das weiß man ja nie so genau.
So ein E-Auto zieht dann halt auch mal 6 oder 8 Stunden durchgehend den Strom. Wobei da doch mehr kommt als 2kw. Dann würde das ja ewig dauern und wäre weniger als aus einer normalen Steckdose. Aber das Laden geht ja definitiv schneller? Finde ich jetzt widersprüchlich.
 

xeno

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Von mir aus ziehen sie auch 3kW, deswegen "ca.". Wenn eine Temperaturüberwachung im Stecker vorhanden ist, kann man mit der Leistung auch etwas höher gehen.
Der Backofen hat aber vermutlich keine Temperaturüberwachung im Stecker.

Wobei da doch mehr kommt als 2kw. Dann würde das ja ewig dauern und wäre weniger als aus einer normalen Steckdose. Aber das Laden geht ja definitiv schneller? Finde ich jetzt widersprüchlich.
Sprichtst du von einer Wallbox? Die hat natürlich mehr Leistung.
 

Tryggina

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Ja. War vielleicht ein Missverständnis, für mich war das das übliche "Ladegerät".
 
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