Heizung: Wasserdruck nach Entlüften zu niedrig

Diskutiere Heizung: Wasserdruck nach Entlüften zu niedrig im Heizung und Klima Forum im Bereich Der Innenausbau; Hallo, ich hatte dieses Jahr schon mehrmals einen Handwerker da, weil meine Heizung (Vissmann, Vitodens, 7 Jahre alt) einen zu geringen Druck...

Sternenbande

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Hallo,
ich hatte dieses Jahr schon mehrmals einen Handwerker da, weil meine Heizung (Vissmann, Vitodens, 7 Jahre alt) einen zu geringen Druck anzeigte. Eine wirkliche Ursache konnte er nicht finden, am Ende wurde das Membranausdehnungsgefäß erneuert.

Danach war der Druck auch erstmal ok. Ich hatte trotzdem das Gefühl, dass der Druck langsam nach unten ging.

Jetzt hatte ich einen Heizkörper der schon letzten Winter nicht richtig warm wurde entlüftet. War aber nicht wirklich Luft drin. Der Heizungsdruck ging aber sofort von 1,5 bar auf 0,2 bar runter.

Kann es sein, dass ich einfach nur falsch entlüftet habe?

MfG
 
Rallo

Rallo

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Wenn Du entlüftest, geht natürlich auch der Druck in die Knie. Nach dem Entlüften muß immer der Wasserdruck kontrolliert und entsprechend korrigiert werden.
 

nurandy

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Man kann sich das selbst ganz einfach ausrechnen, 1m Höhenunterschied erfordern 0,1 bar Wasserdruck.
Das bedeutet, wenn die Heizungsanlage zB im Keller steht und der höchste Heizkörper im 2. OG hängt ergibt das ungefähr 12m Höhenunterschied. Daraus ergibt sich ein statischer/stehender Druck von 1,2 bar damit der Heizkörper überhaupt voll wird.
Das kommt nun nicht auf einen halben Meter an, es ist nur als Faustformel gemeint. Ich würde in diesem Fall einen Druck von 1,5 bar empfehlen was bei den meisten Häusern auch Standart ist.
 

Sternenbande

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Die Heizung hängt ca. 1m höher als die Heizkörper. Also würde 0,1bar nach deiner Rechnung reichen. Laut Fachmann reicht das aber nicht.
Das erklärt auch noch lange nicht wieso der Druck um über 1 bar nach unten ging als ich einen Heizkörper entlüftet habe.
 

nurandy

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Doch, das erklärt es allerdings.
Wenn die Therme sogar höher hängt, also der Druckanzeiger am höchsten Punkt liegt wird er Druckverluste natürlich umso drastischer anzeigen.
Dazu kommt die physikalische Eigenschaft, dass man Luft komprimieren kann, Wasser aber nicht. Bzw kann man Wasser unter Druck setzen, es verändert seine Dichte aber kaum, komprimiert sich also sehr wenig.
Entlässt man nun Zb einen Liter Wasser aus einer unter Druck stehenden Anlage verändert sich der Druck wenig.
Entlässt man komprimierte Luft aus der Anlage entweicht viel mehr Volumen da die Luft in höherer Dichte vorliegt. Daher fällt der Druck rapide auch wenn nur entlüftet wird.
Im Prinzip würde bei der vorliegenden Anlage ein Druck von 0,2 bis 0,5 Bar ausreichen aber moderne Anlagen haben eine Wassermangelsicherung die bei zu niedrigem Betriebsdruck anspricht und eine Fehlermeldung ausgibt.
Da die Anlage nun nicht wissen kann wo sie installiert wird spricht diese Sicherung bei 0,7 Bar an damit die Anlage nicht überhitzt.
Also wäre im vorliegenden Fall ein Betriebsdruck von 1- 1,5 Bar angezeigt.
Wenn nun Heizkörper nicht warm werden obwohl sie keine Luft beinhalten hat das dann auch andere Gründe die man aber nur eruieren kann wenn die Anlage bekannt ist.
Die Pumpenleistung könnte zu gering sein, dann würde es aber nie richtig funktioniert haben.
Das Thermostatventil könnte klemmen oder die Voreinstellung, soweit vorhanden, könnte geschlossen sein.
Das ist nun mehr Raten als Wissen aber mit mehr Informationen zur Anlage bzw den Gegebenheiten wäre eventuell eine Diagnose möglich.
 

xeno

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@nurandy
Gibt es eigentlich generell einen Nachteil, wenn auf der Anlage mehr Druck ist, als wegen der Höhe nötig? Z.B. 2,0bar?
 

nurandy

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@nurandy
Gibt es eigentlich generell einen Nachteil, wenn auf der Anlage mehr Druck ist, als wegen der Höhe nötig? Z.B. 2,0bar?
Im Prinzip ja, aber nicht in der Praxis.
Man kann immer Krümel im Käse finden wenn man das will. So könnte man sagen, dass ein höherer Druck auch logischerweise mehr Wasser in der Anlage bedeutet und nun mehr Wasser erhitzt werden muss. So verbraucht man mehr Energie. Bei sehr grossen Anlagen mag das ein Argument sein aber im Hausbereich ist das weniger ein Thema wenn man nur von wenigen Litern redet.
Ausserdem setzt ein höherer Druck die wasserführenden Komponenten natürlich auch einer höheren Belastung aus und man könnte mit geringerer Lebenszeit argumentieren aber in der Praxis gibt es da keinen messbaren Zusammenhang der mir bekannt wäre.
Also lautet die Antwort ja, es hat gewisse Nachteile die aber keinen Anlass zur Sorge geben müssen.
 

macyanni

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1. alle Heizkörper entlüften und ggf immer wieder Wasser nachfüllen.
2. wenn danach der Wasserdruck sinkt, gibt es mehrere Möglichkeiten:
2.1 Ausdehnungsgefäß
2.2 Rohrundichtigkeit
2.3 Manometer defekt
.......und zum höheren Druck von 2 bar fällt mir noch ein, dass besonders bei Kupfer Lochfraßschäden (leider) früher erkannt werden....
 
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