Handwerkerfehler beim Einbau einer Trockenbauwand? - Ratschläge erbeten

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Ginster

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Guten Morgen,

bei mir ist gestern vom Handwerker eine Trockenbauwand mit Tür eingebaut worden. Insgesamt geht es um eine Fläche mit den Maßen 250 cm x 175 cm. Für die auszuführenden Arbeiten wurde mir ein Angebot gemacht, dass sich auf 1300 Euro belief. Das schien mir recht teuer, aber weil es schnell gehen sollte und weil mir das Unternehmen empfohlen wurde, hatte ich mich dazu entschlossen, das Angebot anzunehmen.

Dem Bauleiter des beauftragten Unternehmens hatte ich im Vorfeld Folgendes mitgeteilt:

Die Wand sollte genauso stark sein wie die Mauer, deren Verlängerung sie darstellt. In meinem Fall sind das 14 cm. Zitat aus meiner Mail an den Bauleiter:

„Ich hätte die Wand gerne in der Stärke der angrenzenden Mauer, sodass man den Übergang zwischen Mauer und Trockenbauwand nach dem tapezieren nicht mehr sieht. Die Mauer ist ca 14 cm stark. Auch da hänge ich Ihnen ein Bild an. „

Da mir der Schallschutz wichtig ist (WG/Mein Schlafzimmer grenzt ans Wohnzimmer an), sollte die Wand doppelt beplankt und gedämmt werden. Dem Bauleiter hatte ich dazu Folgendes geschrieben:

„Die Wand soll außerdem doppelt beplankt werden, da ich eines der beiden kleinen Zimmer möglicherweise vermieten will. Der Schallschutz zum Wohnzimmer hin ist mir deshalb wichtig. „

Bei der Auswahl des Dämmmaterials hatte ich darum gebeten, dass ein biologisch abbaubares Material genutzt wird. Zitat aus meiner Mail an den Bauleiter:

„Wenn eine Dämmung mit einem biologisch abbaubaren Material möglich wäre, wäre mir das lieber als Steinwolle. „

Auf dem Boden hatte ich eingezeichnet, an welcher Stelle die Türöffnung sein soll. Ich kenne mich mit Türmaßen nicht aus, hatte aber noch (dunkel) in Erinnerung, dass der Bauleiter bei der Besichtigung der Wohnung was von 80er Tür sagte. Ich bin da naiverweise von einer Türöffnung von 80 cm ausgegangen und habe die auf dem Boden markiert. Dem Handwerker hatte ich noch einen Brief geschrieben, in dem ich unter anderem darauf hingewiesen hatte, dass mir die Öffnung an dieser Stelle wichtig ist, weil rechts und links davon Schränke stehen sollen und weil die sonst möglicherweise nicht mehr passen würden.

Da ich arbeiten musste, hatte ich dem beauftragten Unternehmen den Wohnungsschlüssel überlassen.


Nachdem ich dann von der Arbeit zurückkam musste ich Folgendes feststellen:

1. Die Trockenbauwand ist ca 1 cm stärker als die Mauer, deren Verlängerung sie darstellt. Auf der einen Seite ist sie genau bündig, auf der anderen Seite ragt sie nun 1 cm über die Mauer hinaus. Das wurde dadurch kaschiert, dass der Übergang verputzt wurde. Das Überstehen der Wand ist darauf zurückzuführen, dass der Handwerker 12,5 mm Platen auf die 10 cm Profile gesetzt hat. Ich hatte den Bauleiter im Vorfeld extra darauf hingewiesen, dass es auch andere Plattenstärken gibt, mit denen man die 14 cm erreichen könnte. Bei doppelter Beplankung mit 1cm starken Platten, bei einfacher mit einer 2cm starken.

2. Türzarge und Tür waren nicht eingebaut.

3. Die Wand wurde nicht mit Dämmstoff gefüllt. Das ist ganz klar erkennbar, weil die Türprofile Löcher haben, durch die man ins Innere der Wand schauen kann.

4. Die Beplankung wurde – in meinen Augen - im Bereich der Türprofile nicht fachgerecht vorgenommen. Die zweite Lage wurde auf beiden Seiten nicht versetzt angebracht und die Stöße liegen zum Teil auf den Ständern auf, an denen die Zargen montiert werden (siehe Bild). Da bei mir nicht tapeziert, sondern verspachtelt und gestrichen wird, ist es da vermutlich nur eine Frage der Zeit, bis infolge der mechanischen Belastungen erste Risse auftreten. Die Stöße liegen an den entsprechenden Stellen außerdem direkt übereinander.

5. Die Tür, die nun eingebaut werden soll, entspricht (möglicherweise) nicht den Normen. Im Baumarkt findet man Türen mit den Maßen (Türblattaußenmaß) 73,5 und 86 cm. Die Maueröffnungsmaße für diese Türen sind ja – meine ich – auch in einer DIN Norm festgelegt. (DIN 18100?). Da bin ich mir nicht ganz sicher, ob mich da nicht eine Mitschuld trifft. Ich habe so etwas halt noch nie gemacht und hatte ganz naiv einen 80 cm breiten Durchgang auf den Fußboden eingezeichnet. Da sollte die Öffnung sein. Der Handwerker hat die Türprofile allerdings so gesetzt, dass nur eine 78 cm breite Wandöffnung entsteht.
Bei meinen Äußerungen zu Normen beziehe ich mich auf die Angaben auf dieser Seite:
https://www.tuerenfuxx.de/tuer-zarge/tuerenmasse-und-rohbaumasse.html

Nachdem ich mir nun (wegen der ganzen anderen Probleme) die DIN-Normen angesehen habe, stelle ich fest, dass die Maueröffnung bei den Türgrößen 73,5 und 86,00 eigentlich 76,00 bzw. 88,5 cm betragen müsste. Da hier nur eine Tür mit dem Türblattaußenmaß von 73,5 cm in Frage kommt, wäre die Maueröffnung nun 2 cm zu breit.

Nachdem ich die Fehler festgestellt habe, habe ich dem Bauleiter eine Mail geschrieben.
Im Verlauf des Telefongespräches hat der Trockenbauer dann zunächst behauptet, die Wand sei gedämmt. Nachdem ich dann darauf hingewiesen habe, dass man durch die Löcher in den Türprofilen hineinschauen könne und dass man dort keinerlei Dämmstoff erkennen könne, hat er angeboten, nachmittags vorbeizukommen. Zu den angesprochenen Mängeln hat er sich vor Ort dann wie folgt geäußert:

1. Er würde das einfach so verputzen, dass man den Übergang nicht sieht.

2. Da gab es nur den Verweis darauf, dass das nach Einbau des Parketts erfolgen sollte.

3. Da hat er beim Termin vor Ort erst einmal wieder behauptet, dass die Wand gedämmt sei und das die Dämmung im Inneren nur "hochgeklappt" sei und deshalb nicht sichtbar sei. Nachdem ich ihn dann darauf hingewiesen hatte, dass man durch die Löcher in den Türprofilen erkennen kann, dass weder über der Tür noch an den Seiten der Tür Dämmstoff verwendet wurde, hat er den Mangel dann eingeräumt.

4. Bei der Beplankung hat er eingeräumt, dass die (stellenweise) nicht fachmännisch erfolgt ist. Die Beplankung will er jetzt auf der Seite, auf der sie übersteht nochmal abnehmen, um die Wand zu dämmen. Aber nur auf dieser Seite. Auf der anderen Seite soll der Maler nächste Woche ein Glasfaserflies setzen, sodass Risse nicht sichtbar sind, die wegen der unfachmännischen Beplankung an den Stößen entstehen können.

5. Bei der Tür habe ich ihn so verstanden, dass da eine 76er Tür rein soll. Ich weiß jetzt nicht, worauf sich die 76 cm beziehen, aber das ist auf jeden Fall keine handelsübliche Tür, oder? Handelsüblich wäre in diesem Fall wohl 73,5 aber für so eine wäre die Maueröffnung wohl zu breit. Oder gibt es da Toleranzen?
Da hätte ich dann das Problem, dass ich einen Schreiner beauftragen müsste, falls ich hier mal Türzarge und Tür erneuern will.


Fazit:

Ein Teil der Mängel wird heute behoben. Aber eben nur ein Teil. Ich denke, dass man zu dem Preis schon erwarten kann, dass da ordentlich gearbeitet wird.


Interessieren würde mich, wie ihr die beschriebenen Probleme seht und wie ihr vorgehen würdet.

 

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asconav6

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Wegen dem Türloch. Die 78cm sind auch OK für eine 73,5er Türe. Denke mal ihr habt eine Türe mit 6cm breiter Bekleidung bestellt. Viele Trockenbauer die auch selber Türen einbauen, machen die Löcher lieber etwas breiter, da man ansonsten Probleme mit den Bandtaschen bekommen kann. Und diese dann im Ständerwerk rauszuschneiden ist ein etwas größerer Aufwand.
 
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Elektrofuzzi

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Das Problem ist bei diesen Aufträgen immer, was wurde wirklich schriftlich beauftragt und nicht mündlich zwischen Tür und Angel zugerufen . Egal welcher Vertrag zustande kam (nach BGB o. VOB), du musst dem Handwerker erstmal die Chance der Nachbesserung geben.
Wahrscheinlich bleibt es aber Murks.
Ist die erste Lage GK auch verspachtelt worden und steht die Wand auf durchgehendem Estrich?
Dann wirds sportlich mit dem Schallschutz.
Kannst dir ja bei z.B. bei Knauf die Verarbeitungsrichtlinien anschauen.
Meine Meinung, anderer Handwerker,alles neu und unter Lehrgeld verbuchen.
 
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Ginster

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Vielen Dank für die Hinweise.

Es gibt ein Angebot, das ich angenommen habe. Zur Wand findet sich da aber kaum was.

" Trockenbauwand (ca. 175x250cm) mit einer weißen
Zarge und Tür liefern, aufstellen und montieren"

Das ist alles. Ich habe dem Bauleiter noch per Mail geschrieben, was mir wichtig ist (siehe oben). Im Angebot steht das aber nicht. Ich frage mich da auch, woher man als nicht Fachkundiger überhaupt wissen soll, worauf bei sowas zu achten ist. Man bestellt die Handwerker doch gerade, weil man sich nicht auskennt und man vertraut darauf, dass es bei denen der Fall ist und dass die ihren Job gut machen.

Die Wand steht auf dem Estrich. Ob die erste Lage auch verspachtelt wurde, weiß ich nicht. Wenn ich mir die Stellen an der Tür anschaue, an der die Platten aufeinander treffen, habe ich nicht den Eindruck, dass das der Fall ist (siehe Bild 1, oben).

Das mit der Nachbesserung ist klar. das tue ich ja auch.

@asconav6 : Danke für den Hinweis zur Tür
 
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Holzwurm50189

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Zur Wand findet sich da aber kaum was.

" Trockenbauwand (ca. 175x250cm) mit einer weißen
Zarge und Tür liefern, aufstellen und montieren"
Da kann auch ein Laie nachhaken und um eine bessere Leistungsbeschreibung bitten. Das für dich wesentliche steht nicht drin. Wenn es hart auf hart kommt, hast du schlechte Karten. Halt die Zahlung zur Rechnung zurück, rede mit dem Handwerker bezüglich Nachbesserung.
Ich bekomme regelmäßig Ausschreibungen auf den Tisch, die vorne und hinten nicht stimmen, obwohl von Architekten. Diese werden genau nach Ausschreibung angeboten. Nach Auftragserteilung wird dann das ganze fehlende Zeugs über Nachträge abgerechnet :D Dafür müssen sich die Handwerker mit solchen Typen rumschlagen, die am wenigsten Ahnung von den Gewerken haben
 
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Ginster

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Er ist gerade schon dabei nachzubessern. Immerhin.... Ich bin froh, dass es unkompliziert ging. Auch wenn jetzt sicher auch nicht alles optimal ist. Nächste Woche kommt der Maler. Da werde ich dann nochmal darauf bestehen, dass die Leistungen genauer beschrieben werden. Wobei ich mich da auch wieder nicht auskenne. Es sollen dann alle Wände grundiert, gespachtelt, wieder grundiert und schließlich gestrichen werden. Das liest sich dann so:

Decken- und Wandflächen grundieren
Wand-Flächen vollflächig spachteln, schleifen und grundieren.
Decke mit einer Raufasertapete tapezieren.
Decken- und Wandflächen weiß streichen
Anschlüsse mit Acryl ausspritzen und glätten.

Ok.. .Beim Verspachteln gibt es Qualitätsstufen. Sowas habe ich inzwischen auch schon mitbekommen. Die tauchen im Angebot nicht auf, sollten dann aber wohl auch aufgenommen werden.
 
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Holzwurm50189

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Das ist doch schon mal eine deutlichere Leistungsbeschreibung. Und bei dir setzt der Lernprozess auch ein ...
 
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Ginster

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Ja. Ich habe daraus jetzt wirklich gelernt. Auch wenn ich mir das natürlich anders gewünscht hätte...
Ich finde aber trotzdem, dass einem da als Laien ganz schön viel zugemutet wird. Eigentlich beauftrage ich einen Handwerker ja gerade, weil ich mir solche Mühen ersparen will und weil ich davon ausgehe, dass er Profi ist und es besser hinbekommt als ich.
 
  • Handwerkerfehler beim Einbau einer Trockenbauwand? - Ratschläge erbeten Beitrag #9

Holzwurm50189

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und weil ich davon ausgehe[/QUOTE
Heutzutage kannst du von gar nix ausgehen. Der Grossteil der handwerker macht das sicherlich nach bestem Wisen und Gewissen, aber es gibt nun auch mal schwarze Schafe
 
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josh

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Decken- und Wandflächen grundieren
Wand-Flächen vollflächig spachteln, schleifen und grundieren.
Decke mit einer Raufasertapete tapezieren.
Decken- und Wandflächen weiß streichen
Anschlüsse mit Acryl ausspritzen und glätten.

Ok.. .Beim Verspachteln gibt es Qualitätsstufen. Sowas habe ich inzwischen auch schon mitbekommen. Die tauchen im Angebot nicht auf, sollten dann aber wohl auch aufgenommen werden.
spezifizier leiber auch die Raufasertapete, nicht dass du eine feine haben willst und er eine Grobe dranklatscht
 
  • Handwerkerfehler beim Einbau einer Trockenbauwand? - Ratschläge erbeten Beitrag #12
pinne

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Nicht vergessen die Schrauben nach DIN zu beschreiben !! ;-))
 
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