Fliesen zum Schneiden markieren ( Anleitung )

Dieses Thema im Forum "Fliesen und Kacheln" wurde erstellt von werner, 18.03.2013.

  1. #1 werner, 18.03.2013
    Zuletzt bearbeitet: 18.03.2013
    werner

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    Was mir ein Bekannter ziemlich gut beigebracht hat, und wo ich gesehen habe daß es so scheinbar wenig bekannt ist, sodas ich dazu hier kurz eine Anleitung geben möchte, ist eine zweckmäßige, schnelle und genaue Art, die Fließen zum Schneiden zu markieren. Hier soll nur das Prinzip angegeben werden, es ist schnell zu lernen und in der Praxis dann auch leicht erweiterbar.

    Falls es auf Genauigkeit ankommt, ist das wichtigste ein spitzer Bleistift zum markieren. In diesem Punkt bin ich etwas schlampig, ich halte einfach den Finger hin, laufe zum Schneidegerät, und schneide da. Das ist in den meisten Fällen ausreichend, insbesondere am Rand wo sowieso Fuß"leisten" drüberkommen.


    Wenn man auf eine Zeichnung, Landkarte o.ä. ein leeres Papier legt, darauf einen Punkt P' malt, dann das (am besten halb transparente) Papier so verschiebt, daß der Punkt P' auf ihm Objekte der Zeichnung / Landkarte abfährt, dann wird ein Stift der an einem anderen Punkt P unbeweglich zur Landkarte bzw zum Boden locker gehalten wird so das sich das Papier unter ihm bewegen kann, auf dem Papier eine Abbildung der Karte zeichnen. Da nix quadratisches oder masstabveränderndes auftritt, sollte diese Abbildung vom selben Masstab des Originals sein, aber da die Bewegung von Blatt mit P' drauf in eine Richtung einen Weg von P darunter bzw dem Stift darüber, fest zum Boden, auf dem Blatt in die Gegenrichtung zeichnet, ist es ein Spiegelbild.

    Darauf beruht iW die Vorgehensweise, die sich von dort ausgehend für die Spezialfälle / kompliziertere Fälle der Praxis ( etwa, rechtwinklige, gleichgroße Platten ) noch vereinfachen / ausweiten läßt.


    Zum besseren Verständnis dient das erste Foto / Zeichnung ( Sprache ignorieren ). Die Wand ist blau, die gesetzten Platten sind schwarz, die nächste zu setzende Platte schon um 180 Grad gedreht ist schwarz gestrichelt, die zu ermittelnde bzw am Schluß ermittelte Schnittlinie markiert auf der noch gedrehten Platte ist schwarz klein gestrichelt, rosa ist der Weg wie die Platte mit P' entlang der Wand parallelverschoben wird, sowie der Weg der dadurch von P aus gehend ein dort festgehaltener Stift auf die Platte malt. Orange ist der Spezialfall für zumindest seitlich gleichgroße Platten, wobei man sich die nächste Ecke P2, falls noch nicht gesetzt, durch loses Auflegen der Platte auf den Boden einzeichnen kann. P ist die verwendete Ecke am Boden, P' auf der Platte inzwischen schon gedreht. A ist an der Wand über P , B über P2.



    Habe man im einfachsten Fall an der geraden Wand eine Fliese fehlen, die rechtwinklig bzw trapezförmig sein wird wenn die Wand zu den Fliesen parallel / schräg verläuft. Der Bereich an der Wand ist von A nach B , die dazu nächsten Ecken der noch fehlenden Fliesen, bzw die Ecken oder Kreuzungspunkte der Fugen der schon gesetzten Platten seien S und S2. Markiert man nun eine Ecke auf einer Fliese als S' , markiert S auf dem Boden und hält einen Stift unbeweglich drüber, schiebt dann die Platte (wichtig: immer parallel, also ohne sie dabei zu drehen) darunter durch sodaß die Ecke S' erst über S ist, entlang der Fuge nach A geht, dann entlang der Wand nach B, dann entlang der Fuge nach S2, und dann entlang der Fuge zurück nach S, so hat der Stift jetzt auf der Fliese die unverflieste Fläche spiegelverkehrt auf die Fliese gezeichnet. Schneidet man das, und dreht es dann um 180 Grad "zurück", bleibt S' über S und paßt das geschnittene Stück ( hoffentlich ) genau in die Lücke auf dem Boden.

    Dies gilt allgemein, egal wie groß / welcher Form die Fliese oder die Wand ist (Einschränkung: etwa bei konkaver Form von Wand o.ä. erreicht man in der Praxis nicht alle ihre Punkte mit der Ecke). Hierauf geht man auch immer dann zurück, wenn es kompliziert wird oder man sich bei nachfolgenden Vereinfachungen verliert.




    Davon ausgehend gibt es Vereinfachungen für die in der Praxis fast ausschlieslich vorkommenden Fälle.

    Schon allgemein, weil S auf der Platte eine Ecke ist und weil parallelverschoben wird, wird der erste und letzte auf die Platte gezeichnete Schneide-Weg, S nach A und S2 nach S, entlang den Kanten verlaufen, braucht man also nicht zu zeichnen/schneiden. Ist dann auch noch die Platte bzw Scherbe von Platte wenigstens in horizontaler Richtung ( also S2-S ) gleich breit wie die zu setzende Fliese bzw der horizontale Abstand der Fugen, wird auch der anderseitige Schneide-Weg also B nach S2 an der anderseitigen Kante der Platte oder Scherbe verlaufen.



    Insbesondere bei quadratischen Platten treten dann noch weitere Vereinfachungen ein (orange in der Zeichnung).

    Man markiert eine Ecke auf dem Boden, S, und auf der Fliese, S' , dreht die Fliese um 180 Grad, fährt mit der Ecke S' an der Wand / Säule / Kloschüssel / Rohr-das-aus-der-Wand-rauskommt / Loch-von-Lichtschalter usw entlang, dann markiert der locker über S gehaltene Stift auf der Fliese das Schnittprofil.

    Meist braucht man das aber nicht abzufahren, sondern kann sich auf die relevanten Punkte beschränken.

    Man kann auch teils S , teils die andere Ecke S2 verwenden. Etwa, für die ihr näherliegende Punkte, weil man in der Praxis die Platte nie genau parallel halten wird ist das genauer. Oder weil man bei konkaven Formen nicht alle Punkte von einer Seite her erreicht kann das nötig werden.

    Günstig auch um außer A - S vom Punkt S aus, auf der einen Seite der Platte, analog B - S2 auf der anderen Seite der Platte zu markieren. In diesem in der Praxis am häufigsten vorkommenden Fall, parallelverschiebt man einfach die Platte um das Loch herum, wie unten in der Zeichnung angedeutet, und markiert die jeweils anliegende Kante.

    Wenn, wie in diesem Beispiel, wegen der Wand die Platte auf dieser linken Seite nicht mit der Ecke S2' zum über S2 liegenden Punkt B der Wand verschoben werden kann, klappt man sie einfach senkrecht hoch, und markiert den Schnitt. Nie jedoch wird die Platte auf die
    Rückseite gedreht.

    Noch für gleichgroße rechtwinklige Platten spezieller aber allgemeingebräuchlicher gesagt, legt man bei jedem relevanten Punkt an Wand / Türecke / Säule ... eine Ecke an, und markiert dann auf der Platte dort, wo unter ihr auf dem Boden die ( dann einzige ) Kreuzung von Fugen ist. Das kann man im Zweifelsfall bzw zur Kontrolle jeweils mit Verwendung erst der einen , dann der anderen Ecke S bzw S2 machen. Manchmal braucht man sehr genau auch nur eine Richtung, wo man dann die Distanz zur nächsten Fuge markiert.


    Am Anfang kann das verwirrend sein, dann geht man notfalls zur zu erst beschriebenen Verwendung nur einer Ecke S' und Markieren von ihrem Herkunftsort-vor-Drehung S auf dem Boden aus, oder zu einem anderen nächstnahen Spezialfall den man schon fliesend beherrscht.


    Überflüssig anzumerken, das man wegen den Fugen, den Punkt S bzw S2 auf dem Boden genau da markieren muß, wo der Punkt S' bzw S2' der Platte zu liegen kommt, bzw. bei verwendung der Ergänzung bis zur nächsten Fuge bis zur Kante der zu legenden Platte ( eine Fugenbreite Abstand zur Kante der schon gelegten Platte), und daß man auch mit der Ecke an Wand / Türkante / Säule usw wegen Unebenheiten / Unsicherheiten usw mit kleinem Abstand entlangfährt bzw. punktweise anlegt


    Einmal gelernt und verwendet, kann man dann sehr fix auch die kompliziertesten Profile markieren
     
  2. AdMan

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  3. #2 harekrishnaharerama, 18.03.2013
    harekrishnaharerama

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    Was mich vielmehr interessieren würde ist, wie Du die Schnitte ausgeschlagen hast, sodaß die dünnen Stellen nicht weiter aufgebrochen sind. Oder hast Du eine Zange benutzt?
     
  4. #3 werner, 18.03.2013
    Zuletzt bearbeitet: 18.03.2013
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    rampa-7.jpg cortes-3.jpg corte-3.jpg schneiden.jpg

    Ich leg die Fliese auf einen Eimer (offene Seite oben). Ich schneid das mit einem Winkelschneider. Erst ritze ich die Schnittlinien ca. 1 mm tief, also 1, 4 und 5. (siehe Zeichnung) Erst schneidet man da, wo potentiell was brechen würde, denn wo schon geschnitten, kann nix mehr brechen.

    Zuerst schneide ich die Ecken 2 und 3, von beiden Seiten her also Ecke 2 von 1 und 5 her, und Ecke 3 von 1 und 4 her , so das sich von der Vorderseite gesehen die Ecken treffen. Aber wegen der runden disk hängen sie auf der Rückseite noch zusammen, daher dreh ich die Platte auf die Rückseite, und schneid dasselbe auch von dort, so das die Ecken wirklich richtig geschnitten sind. Dann schneid ich den Weg 1 ganz.

    Danach schneid ich die Seiten 4 und 5 (wie gesagt, geritzt sind sie ja schon). Erst je ca. 1 cm von der äuseren Seite her, damit das da nicht schief bricht. Dann entlang 4 und 5 von den Ecken 2 und 3 herkommend nach aussen, abwechselnd. Wenn man knapp am Rand ankommt, bricht dann das Innenteil und fällt in den Eimer.

    Ohne gewähr, ich weiß nicht , ob das die offizielle Schneide-Weise ist, oder ob das so richtig ist, ich bin noch in der Lernphase. Mir hat das in dieser Weise ein Afro beigebracht (die arbeiten ja mit allen Tricks, inkl mit Magie), zusammen mit dem ganzen Fliesenlegen, vor ca. 1/2 Jahr. Aber bisher ist mir noch keins zerbrochen.
     
  5. #4 harekrishnaharerama, 19.03.2013
    harekrishnaharerama

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    Winkelschneider meint wahrscheinlich Trennscheibe, Flex bzw. Winkelschleifer - oke, habe ich verstanden, dachte nur es gäbe auch eine Methode mit dem Fliesenhammer oder Schneidrad (Fensterschneider)
     
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