Falsche Belegung der Kabelfarben in Elektroinstallation in den 70ern zulässig?

Diskutiere Falsche Belegung der Kabelfarben in Elektroinstallation in den 70ern zulässig? im Elektroinstallation und Elektrotechnik Forum im Bereich Der Innenausbau; Gestern habe ich den Heizungs-Notschalter im Kellerflur austauschen wollen und war nach dem Ausbau dann doch ziemlich verwundert über die Farben...
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MK.Matthias

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Gestern habe ich den Heizungs-Notschalter im Kellerflur austauschen wollen und war nach dem Ausbau dann doch ziemlich verwundert über die Farben der einzelnen Adern:

Phase war mit schwarz am Schalter angeschlossen, so weit so gut.
Blau wurde als geschaltete Phase nach dem Schalter verwendet. Ich habe daraufhin auch die entsprechende Verteilerdose im Heizungskeller geöffnet, dort ist die geschaltete Phase dann wieder mit schwarz verbunden.
Der Nullleiter für die Kontrollleuchte im Schalter ist an der grün-gelben Ader für den Schutzleiter angeschlossen. Das ist in meinen Augen (als Laie) eigentlich das größte Sicherheitsproblem, da hier das grün-gelbe Kabel spannungsführend ist. Im Verteilerkasten im Heizungskeller ist dieses Kabel dann wiederum an den blauen Nullleiter angeschlossen.

Grundsätzlich funktioniert alles so wie es ist, auch den neuen Schalter habe ich erst einmal wieder so angeschlossen. Trotzdem bleibt hier natürlich ein "Geschmäckle". Ich weiß jetzt von der abweichenden Belegung der Farben, falls aber irgendwann mal jemand anderes daran arbeiten sollte, weiß er es nicht.
Nachträglich eingebaut wurde der Notaus-Schalter wohl nicht. Obwohl ich es natürlich auch nicht ausschließen kann.

Die Frage ist jetzt, ob das ggf. beim Baujahr des Hauses 1972 zulässig war und heute bei Altinstallationen noch ist, oder ob ich das Kabel austauschen sollte? Letzteres wäre mit ein wenig Aufwand möglich. Vom Heizungskeller wurde schräg in Richtung der Schalterdose im Flur gebohrt, das Kabel wird vermutlich nur durch den Gips um die Dose gehalten. Da es insgesamt um nur etwa einen Meter Leitung geht, der bis auf das Stück in der Bohrung auch Aufputz liegt, wäre ein Tausch wohl auch durch mich als Laien machbar. Die Frage ist nur, ob es sein muss?
 
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pinne

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Als LAIE hat man da gar nichts zu suchen !
Laut Empfehlung der VDE hat jeder Monteur vorab die einzelnen Phasen zu prüfen.
 
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Spax

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Moin, da hat jemand stumpf eine dreiadrige Leitung missbraucht. Bestimmt nicht korrekt aber mindestens jeder dritte Bewegungsmelder ist mit ner Dreiaderleitung angeschlossen. Ich vermute mal stark, das das nicht den Untergang des Abendlandes verursachen wird.
Ist der Heizungsnotschalter überhaupt noch erforderlich?
 
  • Falsche Belegung der Kabelfarben in Elektroinstallation in den 70ern zulässig? Beitrag #4
MK.Matthias

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Als LAIE hat man da gar nichts zu suchen !
Das hört man als Nicht-Elektriker häufig. Rein Interessehalber: Wo steht das eigentlich? Die VDE lässt sich hier meiner Meinung nach nicht heranziehen, da sie nicht die Merkmale einer allgemein für alle natürlichen Personen greifenden Rechtsnorm erfüllen kann. (Bin kein Handwerker sondern arbeite im Bereich Juristerei ;) )
Unabhängig davon werden wohl die meisten ihre Schalter und Steckdosen zum Streichen oder tapezieren ausbauen. Ich rede nicht davon, die Elektroinstallation zu verändern, sondern nur vom 1zu1-Tausch eines Schalters. ;)

Laut Empfehlung der VDE hat jeder Monteur vorab die einzelnen Phasen zu prüfen.
Ok, dass heißt, wenn ich mal nicht da sein sollte und meine Frau ruft einen Elektriker, oder falls ich irgendwann altersbedingt selber keine Arbeiten mehr im Haus ausführen kann, könnte einem Elektriker bei ordentlicher Arbeitsweise nichts passieren? Klar, dass da irgendetwas von der Norm abweicht erkennt man sofort nach dem Ausbau des Schalters.

Bestimmt nicht korrekt aber mindestens jeder dritte Bewegungsmelder ist mit ner Dreiaderleitung angeschlossen.
Und ich Honk nehme für sowas das teure 5-adrige Kabel. 😄
Werde ich in Zukunft auch weiterhin machen. Mir widerstrebt es nämlich insbesondere, dass die Ader für den Schutzleiter für etwas anderes als denselben benutzt wird.

Ist der Heizungsnotschalter überhaupt noch erforderlich?
Gute Frage, das habe ich nie überlegt. Denn faktisch ist dort sowieso eine Schalterdose in der Wand, die ich an der Stelle auch für nichts anderes gebrauchen kann. Und tapeziert werden soll die Wand in absehbarer Zeit auch nicht. Da er also da war und die Installation vorhanden ist, habe ich ihn halt ausgetauscht, statt wegzubauen. Ich kenne es auch eigentlich nur so mit einem Schalter außerhalb des Heizungskellers.
Mir wurde auch mal erklärt, dass unsere Ölheizung von außerhalb des Raumes komplett abgeschaltet werden können muss. Auch die Ölleitung ist einmal in den Flur geführt, wo ein Absperrhahn verbaut ist. Hinterfragt habe ich diese Aussage nie, da ich nicht vor hatte am Schalter oder der Ölleitung etwas zu verändern.

Fazit ist also, ich lasse es aufgrund der Annahme, dass ein Elektriker es bei Arbeiten sowieso durchmisst erstmal so wie es ist. Wenn in 2-3 Jahren sowieso wegen dem Tausch der Heizung der gesamte Heizungskeller auf Links gedreht wird, könnte ich in dem Zuge dann ja auch die Leitung zum Schalter austauschen (lassen).
 
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Klotzkopf

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Einfachste Lösung ( Auch nicht ganz koscher 🥴 )
Adernfarben mit Schrumpfschlauch ändern.
 
  • Falsche Belegung der Kabelfarben in Elektroinstallation in den 70ern zulässig? Beitrag #6
Spax

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Einfachste Lösung ( Auch nicht ganz koscher 🥴 )
Adernfarben mit Schrumpfschlauch ändern.
Ich freue mich ja schon, wenn die Leute den gelbgrünen wenigstens mit nem Edding schwarz gemalt haben, wenn er denn schon als Geschalteter herhalten musste. Aber Schraumpfschlauch ist schon Prämium.
Das hört man als Nicht-Elektriker häufig. Rein Interessehalber: Wo steht das eigentlich? Die VDE lässt sich hier meiner Meinung nach nicht heranziehen, da sie nicht die Merkmale einer allgemein für alle natürlichen Personen greifenden Rechtsnorm erfüllen kann. (Bin kein Handwerker sondern arbeite im Bereich Juristerei ;) )
Unabhängig davon werden wohl die meisten ihre Schalter und Steckdosen zum Streichen oder tapezieren ausbauen. Ich rede nicht davon, die Elektroinstallation zu verändern, sondern nur vom 1zu1-Tausch eines Schalters. ;)
Das regelt §13 der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV). Dazu gibt es allerdings unterschiedliche Sichtweisen, siehe Wikipedia NAV.
Solange nichts passiert, ist alles schick, im Schadensfall wird der Richter sehr wohl die VDE Vorschriften, als anerkannte Regeln der Technik heranziehen. Es gibt in der Elektrotechnik so gut wie nichts, was nicht durch VDE Vorschriften geregelt wäre.
 
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eli

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Alles zwischen ~1967 und 1975 im TN Netz entspringt i.d.r der Phantasie des Errichters.. Die jungs haben sich damals schwer getan mit der neuen Norm mit dem Schutzleiter und getrennten N welche ab 1970 anlief und ab 1973 Pflicht wurde.
Viele haben bei der Roten Ader als Schutzleiter oder Außenleiter schon die Waffen gestreckt

Manch einer steckt auch heute noch in den 70ern fest :D
Egal ob Laie oder Profi
 
  • Falsche Belegung der Kabelfarben in Elektroinstallation in den 70ern zulässig? Beitrag #8

xeno

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Mein Bewegungsmelder im Hof ist tatsächlich leider auch so angeschlossen. Alles andere habe ich neu gemacht, aber der Aufwand für diesen Leitungstausch ist mir zu groß, auch wenn mich das echt stört. PE als Leiter verwenden ist immer falsch, das war nie zulässig.
Aber es stellt in der Praxis keine reale Gefahr dar, dem Strom ist die Farbe egal. Und jeder halbwegs vernünftige Elektriker würde sich niemals auf irgendwelche Adernfarben in einem Altbau verlassen. Und auch sonst besser nie...
Wenn sich eine passende Gelegenheit ergeben sollte oder es wenig Aufwand ist, würde ich es austauschen.
 
  • Falsche Belegung der Kabelfarben in Elektroinstallation in den 70ern zulässig? Beitrag #9
Spax

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…Bewegungsmelder werden, weil häufig auch von Laien, auf alle erdenklichen Arten angeschlossen, in allen Farbkombinationen. Das gilt leider auch für beleuchtete Schalter, weil einfach eine Ader fehlt. Den blauen als Geschalteten zu verwenden ist ja in Ordnung, dann muss bei einer dreiadrigen Leitung häufig der gelbgrüne als N für die Kontrollleuchte herhalten. Das ist falsch, wird/ wurde aber immer wieder gemacht.
 
  • Falsche Belegung der Kabelfarben in Elektroinstallation in den 70ern zulässig? Beitrag #10

Klotzkopf

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@Spax
weil eine dauerhafte Markierung. Das Unkoschere daran ist, dass das Kabel zwischendrin geschnitten werden könnte
und so eine Gefahrenstelle produziert wird.
Prämium ? Ich bin etwas irritiert.
Prä = vor,vorher
premere , premis Lat;drücken. Hier und heute: herausgestellt, besonders
Also meintest du wahrscheinlich premium
oder das ist aber speziallösung
 
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Haidi

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  • Falsche Belegung der Kabelfarben in Elektroinstallation in den 70ern zulässig? Beitrag #12
Spax

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@Klotzkopf , stimmt, sorry, ich bin eigentlich immer sehr um korrekte Rechtschreibung bemüht, manchmal rutscht was durch. Natürlich ist das farbliche Markieren Pfusch, keine Frage.
 
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