erledigt: Statikproblem

Diskutiere erledigt: Statikproblem im Bodenbeläge Forum im Bereich Der Innenausbau; Hallo, für mein Probem habe ich kein passendes Themenforum gefunden und ich hoffe, dass mein Anliegen diesem hier am nächsten kommt. In einem...

Madivaru

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Hallo,

für mein Probem habe ich kein passendes Themenforum gefunden und ich hoffe, dass mein Anliegen diesem hier am nächsten kommt.

In einem 105 Jahre alten zweigeschossigen Haus gibt es vermutlich ein Problem mit der Statik. Im Erdgeschoss befindet sich ein Restaurant. Dort hängt über der hufeisenförmigen Theke eine ebenfalls hufeisenförmige Konstruktion aus massiven Teakholzbohlen an denen in hakenförmigen Gestängen viele Gläser aufgehängt sind. Wenn man im 1. Stock (Laminat auf alten Dielen) geht wackeln im Restaurant die Gläser in den Aufhängungen. Tritt man auf den Boden im 1. Stock, dann ist es im Restaurant so, als würde ein Erdbeben stattfinden. Die hakenförmigen Gestänge schwingen dann vertikal etwa einen Zentimeter. Diese Problematik hat vor einigen Monaten begonnen und sich inzwischen derart verschlimmert, dass man im 1. Stock nur noch auf Zehenspitzen gehen kann, um die Menschen im Restaurant nicht zu erschrecken.

Sehe ich es richtig, dass in einem solchen Fall folgendes gemacht werden muss: Im 1. Stock Laminat weg, Dielen weg und einen Statiker bestellen?

Gruß
Madivaru
 
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sep

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Hallo!
Ich würde mich zunächst mal mit dem Statiker in Verbindung setzen eh das Du da alles entfernst und dann mal sehen was der für vorgaben macht.
 

Toffi87

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gute anmerkung mit der trittschalldämmung

aber wenn er schreibt das es immer schlimmer wird und das es auf einmal aufgetreten ist, dann hat das nichts mehr mit trittschall zu tun, denke ich

und ne trittschalldämmung ist nur gut gegen geräusche...das wackeln in den unteren geschossen ist eigenartig..

das problem bei solch alten häusern ist das man nicht weiß wie man das gebaut hat, wenn du an baupläne ran kommen würdest könnte man da eventuell etwas erkennen.
 

Reik

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hol dir auf jeden fall einen Statiker das hört sich nach kaputten Wiederlagern an ....................
 

Madivaru

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Danke für eure schnellen und zahlreichen Rückmeldungen. "Er" ist übrigens eine sie.

Der Link in Sachen Schwingungsdämpfer ist sehr interessant. Aber das würde sehr aufwendig werden, denn die Decke ist knapp 30 cm abgehangen. Am Trittschall liegt es mit Sicherheit nicht.

Was ist mit "kaputten Widerlagern" gemeint? Was ist das?
 

Reik

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die Wiederlager sitzen in der Wand und halten die Deckenbalken , wurde früher so gemacht heutzutage sitzt da der Ringanker ........
 

zimmtobi

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Original von Reik
die Wiederlager sitzen in der Wand und halten die Deckenbalken , wurde früher so gemacht heutzutage sitzt da der Ringanker ........

Hallo,

die Widerlager sitzen im normalerweise im Dach an den Fußpunkten des Gepärres.
Bei dieser Dachkonstruktion werden die Dachlasten über die Sparren in die sog. Widerlager abgeleitet.

Heutzutage wird meistens (bei uns in der Region zumindest) ein Pfettendachstuhl als Konstruktion gewählt, dabei werden die Dachlasten aus den Sparren abgeleitet in die Pfetten.
Oft erkennt man die an Fuß-/Mittel-/Firstpfette (zweifach stehender Stuhl).
Einen Ringbalken wird man wohl bei beiden Konstruktionen finden.

Denke mal eher dass da was gebrochen, verfault, Schwamm, Fäule etc. passiert ist oder eine Befestigung kaputt gegangen ist, wenn das jetzt erst vor kurzem passiert ist und vorher jahrelang nix war.

Trittschalldämmung halt ich auch nicht für sinnvoll. Würde eher mal an die Auflagerpunkte der Deckenbalken sehen (von oben???).

Oder hat jemand vor kurzem etwas an der Situation verändert? Z.B. Gewicht erhöht was unten dran hängt, Treppenauswechselung o.ä. in die Balkenlage gebracht?

Gruß Timo

(Widerlagerdächer findet man aber auch noch heute als Neubau)
 

Madivaru

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Hallo Timo,

das ist eine sehr anschauliche Beschreibung - danke!

Es wurde genau zu dem Zeitpunkt, wo das Problem begonnen hat, in der Tat etwas am Haus verändert. Es wurde im Biergarten des Restaurants ein Anbau errichtet. Dafür wurden an der etwa 45 qm großen betonierten Terrasse Stemmarbeiten mit Bagger und Hydraulikhammer vorgenommen. Die Erschütterungen waren bis in den 2. Stock (Dachgeschoss) zu spüren. Um die Balkenkonstruktion für das Dach des Anbaus zu befestigen wurden in Höhe der Decke des Restaurants in die Außenwand etwa alle 50 cm Vertiefungen in das Mauerwerk gestemmt, in welchen die wuchtigen Balken des Anbaus (dieser ist etwa 7 m breit) Halt gefunden haben. Aber diese Seite des Hauses ist aus Beton angebaut - die Decke des Restaurants ist an dieser Stelle aus Beton.

Mir hat dieser Anbau und die zeitliche Nähe des Problems auch zu denken gegeben. Können die Erschütterungen während der Stemmarbeiten das Problem verursacht haben?

Letzten Endes ist es aber wohl zweitrangig, welchen Grund das Übel hat. Ein Architekt der sich heute des Problems angenommen hat sieht keine Gefahr im Verzug. Aber ich habe keine Lust im 1. Stock immer auf Zehenspitzen herumzulaufen, damit im Restaurant keine Gläser wackeln. Daher werde ich das Problem beheben lassen (müssen).

Vielen Dank für eure Hilfe.

Gruß
Madivaru
 

zimmtobi

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Na gut kann schon sein das durch Stemmarbeiten sich etwas lockert oder ähnliches, ganz streng genommen sollte man ja nicht in einer Stahlbetondecke bohren und stemmen um ein lockern von Eisen zu vermeiden.
Aber wenn da ein Anbau drangekommen ist wird`s dafür ja eine Baugenehmigung geben mit geprüfter Statik, also dürfte da nix passieren.

Einem Architekten würd ich aber nicht holen, Statiker halte ich da für sinnvoller.

Gruß Timo
 

Madivaru

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Ja, Baugenehmigung liegt vor, Statiker war am Werke.

Wegen der Neugestaltung des Bodens weicht meine Meinung von der meines Handwerkers ab. Ich tendiere zu 22er OSB-Verlegeplatten, mein Handwerker meint, dass Verlegeplatten "V 100 E1" ausreichen würden. Meines Wissens sind die OSB-Platten aber wegen ihrer großeren Holzbestandteile und der höheren Rohdichte formstabiler, also fester und biegen sich nicht so leicht wie die Spanplatten.

Wer hat Recht?
 
MacFrog

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hi , ich hab mein ganzes obergeschoss (Haus auch Bj 1903 mit Holzböden im DG) komplett mit 28mm OSB Platten verstärkt (darunter noch die original bodendielen bzw großteil erneuerten..) . Tritttschall wird zwar erheblich besser , aber die Schwingungen , die dort bei dir herrschen werden die nicht aufnehmen können! ICh denke ihr solltet aufjedenfall den Statiker oder zumindest erfahrenen Zimmerer dazuholen !wenn meine "lagen" hier oben rummtrollen , wackeln unten auch schonmal die Kronleuchter ^^

gruß
 

zimmtobi

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Hallo, ich kann nur sagen, daß ich auch zu OSB tendieren würde, wegen der höheren Belastbarkeit, bzw. höheren Biegungsbeanspruchbarkeit.
Rohdichte tut sich bei einer Plattenstärke von 22mm nicht viel, müsste fast gleich sein.
Meiner Meinung nach haben z.B. OSB 4 Platten eine bei weitem höhere Biegebelastbarkeit als V100 Spanplatten.
Könnte jetzt nur noch am Preis pro m2 liegen, das die Meinungen auseinander gehen, ich würde selber immer lieber OSB verarbeiten als Spanplatten.
Meistens kommt man ja auch wenn man den gleichen Effekt erzielen will mit einer etwas dünneren OSB Platte aus, als wenn man `ne Spanplatte nimmt.
Das Problem werden aber die Holzbalken selber sein, wenn ein Statiker eine Balkendecke berechnet, kommt der ja meistens auf ein relativ "normalen" Querschnitt der Balken, der ausreichend ist die Lasten (Eigenlast, Verkehrslast, usw.) aufzunehmen.
Wenn dann der Schwingungsnachweis dazu kommt, werden die Querschnitte erheblich höher (kommt aber auch immer auf die Konstruktion,Spannweite an sich an).
Wenn man sowas an `nem alten Haus macht, verstärkt Dir `nen Zimmermann fürgewöhnlich die Deckenbalken(Balkenlage) o.ä., ob da eine zusätzliche Lage Platten ausreicht???

Gruß Timo
 

Madivaru

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Ich werde auf jeden Fall einen Statiker hinzuziehen - sicher ist sicher.

Aber ich staune darüber wie gut die alten Balken noch aussehen. Nicht einmal der Holzbock hat dort sein Werk getan. Von der Art und Weise, wie damals solche Decken hergestellt wurden, war ich doch ein wenig überrascht. Senkrecht rohe krumme Holzbretter und Lehm mit Stroh im Wechsel und dann Heraklit. Erstaunlich, wie stabil das Ganze bis vor Kurzem war und wie gut die (Schall-) Isolierung war. Ich frage mich, ob Steinwolle das ebenso gut bewerkstelligt (die Schallisolierung). Denn es muss ja sicherlich ein Teil der Schüttung entfernt werden, um an die Balken zu gelangen (Verstärkung). Da kommen als Isolierung wohl nur Styrodur oder Steinwolle infrage, oder?
 

Madivaru

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Hallo,

um das Thema abzuschließen: einer der Gründe für die Schwingungen war ein falsch verlegter Boden zwischen Laminat und Balken. Ein Statiker war da - alles in Ordnung. Die Decke ist aber nicht geeignet für das schwere Teil welches im Restaurant von der Decke hängt. Zwei Stützen darunter an der frei hängenden Seite waren die Lösung.

Die Schüttung ist drin geblieben und mit Steinwolle haben wir die verbliebenen Zwischenräume ausgefüllt.

Gruß
Madivaru
 
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