Dimensionierung Trinkwasserleitung IMHO viel zu groß

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tigger007

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Hallo Leute!

Bei meinem aktuellen Projekt "separater Wasserzähler für Gartenwasser" bin ich auf Baustellen in der Trinkwasseranlage gestoßen und da benötige ich mal ein wenig Beistand bzw. gedankliche Sparringspartner.

Situation:
Haus (vor fünf Jahren gekauft) ist BJ. 1963 (wie ich) und wurde 1996 teilsaniert. Dabei wurde auch die Wasserinstallation angefasst (bereits im Bauzustand Cu-Rohr). Anhand der Mischung aus Pressfittings und Lötfittings kann man noch gut nachvollziehen, was man dabei im Originalzustand gelassen hat.

Im Hausanschlussraum im KG wurden Wasserfilter und Druckminderer nachgerüstet und eine Wasserenthärtungsanlage verbaut. In dem Bereich wurde 28mm Cu Rohr verwendet. Nach der Wasserenthärtung wird das eine 28er CU-Rohr in zwei 28er aufgeteilt (mit Schrägsitzventilen separat absperrbar), die parallel in den Heizungsraum im KG laufen. Diese sind beide noch original von 1963. Dort führt eine Leitung in die Warmwasserbereitung (Boiler der Gasheizung), die andere versorgt die Kaltwasserzapfstellen. Zunächst dachte ich, dass die Leitung in den Boiler ausschließlich für Warmwasser genutzt wird und dies der Grund für die zweite Leitung sei. Bei genauerer Betrachtung habe ich aber festgestellt, dass von der Leitung auch mehrere Kaltwasser Zapfstellen abgehen.

Meine Fragen sind nun:
1. sind die 2 x 28 mm CU Rohr nach heutigem Stand nicht absolut überdimensioniert (zuviel Totraum, zu geringe Strömungsgeschwindigkeit)? Ich glaube, man hat das beim Umbau 1996 einfach aus Kostengründen so belassen. Heute macht man sich aber schon mehr Gedanken Hygiene im Wassernetz.
2. Ist eine separate Zuleitung für die Warmwasserbereitung zwingend notwendig?

Mein Plan ist es, das Gartenwasser vor der Entsalzungsanlage abzuzweigen und über einen separaten Wasserzähler an die Außenzapfstellen zu führen. Da die Hauptzapfstelle für den Garten vom Heizungskeller abgeht muss ich also parallel noch eine Leitung in den Heizungskeller führen. Hier würde ich einen großen Leitungsdurchmesser gut brauchen können, da ich neben dem einen Außenwasserhahn im Garten noch weitere Zapfstellen anlegen will.

Wenn nun eine 28er Leitung für alle Innenzapfstellen (inclusive Warmwasser) ausreichen würde, könnte ich die zweite 28er für das Gartenwasser umwidmen. Selbst wenn die Heizung aus anderen Gründen eine separate Zuleitung benötigt, muss dies wohl keine 28er sein und ich könnte die dritte Leitung deutlich kleiner dimensionieren.

Ich hoffe mir kann hier jemand bei einer überschlägigen Berechnung helfen. Ich hab dazu mal die Zapfstellen aufgelistet.

Die Zapfstellen sind allesamt entweder im Hausanschlussraum oder sehr nah am Heizungsraum, da die Gästewohnung im KG direkt daran angrenzt und Küche und Bad im EG direkt über dem Heizungsraum liegen.

Übersicht Leitungslängen und Zapfstellen:
Kaltwasser:
Im Hausanschlussraum direkt nach der Entsalzung:
1x Küchenspülbecken 15 mm CU 2 m
1x Waschmaschine 15 mm CU (zweigt von Spüle ab) + 0,5 m
1x Außenwasserhahn 15 mm CU 7 m
1x Außenwasserhahn Garage 15 mm CU 3 m + Alu-Verbundrohr DN20 8m

Dann folgen die besagten zwei 28 mm CU Rohre je 10 m zum Heizungsraum

Im Heizungsraum gehen ab:
1x Handwaschbecken 15mm CU 1m
1x Waschbecken, Badewanne und Toilettenspülung Bad KG 15 mm CU 2 m
1x Küchenwaschbecken KG (Leitung zweigt im Bad KG ab) 15 mm CU +3 m
1x Küchenwaschbecken EG 15 mm CU 1,5 m
1x Geschirrspüler EG 15 mm CU (zweigt von Spüle ab) + 0,5 m
1x Waschbecken, Dusche und Toilettenspülung Bad EG 15 mm CU 2,5 m
1x Außenwasserhahn 15 mm CU 3 m

Warmwasser:
1x Waschbecken, Badewanne Bad KG 15 mm CU 2 m
1x Küchenwaschbecken EG 15 mm CU 1,5 m
1x Waschbecken, Dusche Bad EG 15 mm CU 2,5 m

Vorab schon mal heißen Dank
Andreas
 
Sulzknie

Sulzknie

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Eine genaue Berechnung mit deinen Angaben ist so nicht möglich.
Für eine Berechnung werden auch die Anzahl der Winkel in der zu verlegenden Leitung berücksichtigt, :confused:
Sowie auch der statische Druck.
Der Klempner vor Ort macht das aus dem „Bauch“ ( Erfahrungswerte.:cool:)
 

tigger007

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Hallo Sulzknie!

Danke für deine Antwort. Ich hatte keine Berechnung erwartet. Bevor ich mich daran mache, interessiert mich vor allem, ob es einen Grund gibt, die Warmwasser-Erzeugung quasi ab Zähler über einen getrennten zweiten Strang zu versorgen (ist allerdings bei mir sowieso nicht konsequent durchgehalten) oder ob ich das auch mit einem ausreichend dimensionierten Strang machen kann. Dann bräuchte ich die Berechnung (ich hab inzwischen die Tabellen aus der DIN 1988-300, Werte von meinem Boiler hab ich bei Buderus angefragt) nur für einen Strang zu machen.

Von "aus dem Bauch" und "Erfahrungswerten" halte ich nicht viel. Ich weiß, der echte Praktiker kann sich gar nicht so sehr verschätzen, wie er sich verrechnen kann - aber dafür hat der Liebe Gott inzwischen Excel erfunden.

Und wie das der Klempner vor Ort macht seh ich ja an meiner Installation. Ich hatte gleich nach dem Kauf den Eindruck das Wasser schmeckt irgendwie muffig. Ich bin dem dann mal nachgegangen und fand: das Haus hatte im Ursprungszustand in fast jedem Zimmer eine Zapfstelle (Waschbecken im Schlafzimmer geht ja noch an, aber im Wohnzimmer?!?). Dies wurde bei der Renovierung 1996 geändert. Der "Fachbetrieb" (Name ist bekannt) der die Gewerke Gas, Wasser, Sch... ausgeführt hat, hat dafür insgesamt eine WW und drei KW Stichleitungen von jeweils 4-6 m Länge totgelegt, indem man einfach den Wasserhahn entfernt hat und einen Blindstopfen eingedreht hat. Auch bei den alten Anschlüssen im Bad-EG (Waschbecken und Dusche wurden versetzt) hat man nach dem Abzweig noch 30 cm stehen gelassen und dann eine Kappe aufgepresst - ja keinen Handschlag zuviel machen. Die Kupferleitungen unter der Decke im Heizraum sahen aus wie ein Hirschgeweih!

Ich hab darauf hin die Verteilung an die einzelnen Zapfstellen Küche und Bad komplett erneuert. Die Jauche, die zum Schluß aus den totgelegten Stichleitungen kam, hätte ich am liebsten auf Flaschen gezogen und demjenigen zu trinken gegeben, der das 1996 abgenommen hat (Vater vom heutigen Chef). Bei der Gelegenheit hab ich dann auch noch die verbotene feste Verbindung zum Heizkreis entfernt. Die muss (weil verpresst) auch 1996 eingebaut worden sein - wer will schon zum Nachfüllen der Heizung immer mit einem Schlauch rummachen. Rückflussverhinderer oder Systemtrenner sind was für Feiglinge - und wer sowieso schon abgestandenes Wasser aus toten Leitungen trinkt, den kann auch ein Schluck aus der Heizung nicht mehr schocken...

Nach ausgiebigem Spülen aller Leitungen (außer dem Verbundrohr zum Gartenwasserhahn, wer weiß, was die 96 für eine Qualität hatten) mit 80 Grad heißem Wasser war die Wasserqualität wieder in Ordnung.

Und wer jetzt glaubt, da hat jemand selbst geschraubt - weit gefehlt, ich hab vom Vorbesitzer alle Rechnungen des Umbaus 1996. Als ich den heutigen Chef des Betriebes darauf ansprach zuckte der nur mit den Schultern und gab im besten Rheinischen Dialekt zum Besten: Ach ja, dat Hüs, dat het damals der Pap jemacht.

Ich weiß inzwischen wo sein Auto steht... ;-)

VG
Andreas

P.S. muss ich jetzt die fünf Sicherheitsregeln um eine weitere ergänzen: Saft auf der Leitung ist vor Beginn der Arbeiten mit einem feuchten Lappenzu entfernen?
 
Sulzknie

Sulzknie

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Da hat sich wohl jemand richtig ausgetobt.
Nach dem Motto : Je dicker je besser.
Eine eigene Zuleitung zum WW. Speicher ist auch nicht erforderlich.
Zur damaligen Zeit hat sowas niemanden gestört ob die Leitungen zu groß oder auch längere Strecken einfach tot gelegt wurden. Demnach sollte die kompl. Anlage mal richtig vom Fachmann auf Vordermann gebracht werden.
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