Altes Sandsteinhaus sanieren - Innendämmung/Wandheizung

Diskutiere Altes Sandsteinhaus sanieren - Innendämmung/Wandheizung im Isolierung und Dämmung Forum im Bereich Der Innenausbau; Hallo zusammen, wir sanieren aktuell ein geerbtes altes Forsthaus (Baujahr ca. 1860) mit 40cm Sandsteinwänden im Erdgeschoss. Mit "wir" meine ich...
  • Altes Sandsteinhaus sanieren - Innendämmung/Wandheizung Beitrag #1

Forsthaus

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Hallo zusammen,

wir sanieren aktuell ein geerbtes altes Forsthaus (Baujahr ca. 1860) mit 40cm Sandsteinwänden im Erdgeschoss. Mit "wir" meine ich meinen Vater und mich, er ist Garten- und Landschaftsbauer/Baudienstleister und möchte so viel wie möglich selbst machen. Beim Thema Dämmen brauchen wir allerdings Hilfe.

Von außen können wir nicht dämmen, da das Haus denkmalgeschützt ist und die Fensterlaibung zu sehen sein müssen (verputzt werden darf es) - also müssen wir von innen dämmen. Zudem würden wir eine Wandheizung zusätzlich zur Fußbodenheizung einplanen.
Jetzt gibt es verschiedene Dämmvarianten, viel zu lesen gibt es über Lehm/Kalkputz, Calciumsilikatplatten, Knauf Rotkalk System, ... . Wir favoritisieren aktuell Dämmputz mit Blähton und denken das hier die Verarbeitung besonders an den Ecken, Fenstern etc. am einfachsten ist.

Leider finden wir im Umkreis keinen Verputzer, Archtiketen, Maler, ... der bereits mit Dämmputz Erfahrung gemacht hat. Vielleicht lässt sich hier jemand mit entsprechender Erfahrung finden der unsere Fragen beantworten oder sogar die Arbeit durchführen kann. Das Haus befindet sich im Main-Kinzig-Kreis PLZ 63579.

Vielen Dank vorab und beste Grüße
 
  • Altes Sandsteinhaus sanieren - Innendämmung/Wandheizung Beitrag #2
Stefanseiner

Stefanseiner

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Hallo,
wir haben vor drei Jahren ein ähnliches Projekt angegangen. Ehemaliges Bauernhaus von 1905 mit 60cm Bruch(Sand-)Steinwänden. Zwar kein Denkmalschutz aber trotzdem von innen gedämmt, mit Holzständerbauweise und Mineralwolle, 120mm Dämmstärke in WLG 032 (= der beste aktuell verfügbare Dämmwert).
phoca_thumb_l_26.10._Holzstaender_Kind2_Arbeitszimmer_WZ_01.jpg


Die richtige Dampfsperre ist hier wichtig und akurates Arbeiten. Bringt sicher um Welten mehr als eine (dünne) Schicht aus Dämmputz. Wie ist denn der u-Wert? Ich würde ja mal tippen, dass das am Ende eher homöopathische Energieeinsparung bringt es seidenn, Du trägst den 20cm dick auf.

Wandheizung zusätzlich zur FBH? Wieso das? Bei FBH ist die Fläche doch mehr als ausreichend groß und Wand-Flächenheizung nutzt man ja eher als Alternative, wenn FBH nicht geht z.B. wegen Dielenböden, die man erhalten möchte.

Mit Innendämmung, doppelt verglasten Fenstern und Fußbodenheizung wäre das Haus sicher auch recht schnell fit für eine Wärmepumpe.
Welche Raumhöhe habt ihr? Ggf. gleich einplanen, die Decken + Kellerdecke mit zu dämmen

Wir haben auch alles komplett in Eigenregie gemacht und sind nun vom ehemals 22kW Ölbrenner runter zu errechneten 8kW Heizlast (155m² Wohnfläche) und haben mit der Sole-Wasser Wärmepumpe 70€ Heizkosten pro Monat inkl. Warmwasserbereitung.

Mittlerweile wurde die WP ergänzt um eine Solarthermieanlage, die den SOmmer durch bis in die Übergangszeit Heizung und Warmwasser komplett übernimmt...
phoca_thumb_l_13.06._Solaranlage_reparieren+in_Betrieb_47.jpg


und einen wasserführenden Ofen, der im Winter die Wärmepumpe unterstützt bzw. zeitweise sogar ersetzt.
phoca_thumb_l_KW42_Solarakku_2_fertig_MPI_10k_SDM630_Einbau_01.jpg


und im letzten Jahr waren wir bei 20€ mtl. Stromkosten für die WP + 8m³ Holz

Wir haben den kompletten Umbau recht gut dokumentiert mit vielen Bilder, kannst Du gerne mal reinschauen, auch in unser selbst erstelltes Energiekonzept
 
  • Altes Sandsteinhaus sanieren - Innendämmung/Wandheizung Beitrag #3

Forsthaus

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Vielen Dank für die Antwort!

Das ganze muss ja diffusionsoffen sein, also kommt eine Dampfsperre nicht in Frage. Der Dämmputz sollte zwischen 5-10cm dick sein damit der u-Wert unter 1 kommt. Mit der Wandheizung soll der Taupunkt zusätzlich weiter nach außen verlegt werden.
Die Deckenhöhe liegt bei 3,20m, die Decke selbst ist aus Beton. Wohnfläche im Erdgeschoss von ca. 120cm² und recht große Räume. Laut einem Energieberater der mal kurz im Spiel war ist daher eine Wandheizung auf 20-30% der Fläche aus diesem und o.g. Punkt empfehlenswert.

Heizen wollen wir auch mit einer Wärmepumpe und zusätzlichen Solarpenals im Garten. Wie ist das im Winter mit Warmwasser wenn gerne mal sehr lange geduscht wird?
 
  • Altes Sandsteinhaus sanieren - Innendämmung/Wandheizung Beitrag #4
Stefanseiner

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Wie ist das im Winter mit Warmwasser wenn gerne mal sehr lange geduscht wird?
was genau meinst Du damit? Ob ausreichend warmes Wasser da ist? Wieso nicht. Eine WP mit sagen wir mal 9kW arbeitet ja nicht langsamer als ein Ölbrenner mit 9kW.

Zudem kommt es eher auf die Größe des Pufferspeichers an.
Und falls Du mit Solarpanelen Solarthermie meinst dann ist es eh ratsam, einen großen Puffer mit 1.500L aufwärts zu verbauen um auch die Möglichkeit zu haben, Sonnenwärme zwischen zu speichern. Mit den standardmäßigen 300L Puffern kommt man da nicht weit, die sind ruckzuck durchgeladen und genau so schnell auch wieder verbraucht

bei 3,20m Deckenhöhe würde ich die zumindest mal um 15cm abhängen, das wäre dann Platz für 120mm Dämmung + die neue Deckenverblendung an sich, das wird energetisch viel aus machen
 
  • Altes Sandsteinhaus sanieren - Innendämmung/Wandheizung Beitrag #5

Esemer-Didi

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Bei Sandstein ist Dämmung immer eine riskante Sache. Wir haben vor 4 Jahren ein Sandsteinhaus gekauft und kernsaniert. Innen war alles mit Rigips zu, und die Ecken waren mit Silikon abgedichtet. Ergebnis: Blauschimmel im ganzen Haus hinter dem Rigips. Wir haben mit konzentriertem Hypochlorid (15%) entschimmelt, den Sandstein freigelegt, neu verfugt und stellenweise offen gelassen. Ansonsten mineralischer Putz ohne organische Anteile und keine Farbe drauf. Ergebnis: kein Schimmel mehr. Bei 50cm Außenwandstärke und neuen Iso-Fenstern (2-fach) kriegen wir die Bude warm, aber - ja - wir heizen bestimmt viel zu viel durch die Wände nach draußen. Für uns war und ist die Schimmelproblematik wichtiger. Im Winter reduzieren wir den Aktionsradius und halten die übrigen Räume nur überschlagen.
 
  • Altes Sandsteinhaus sanieren - Innendämmung/Wandheizung Beitrag #6
pinne

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Bei 50cm Außenwandstärke
Wenn diese Natursteinfläche wasserabweisend behandelt wird, ist das ein trockener Puffer ! Dann sollen die "Spezies" mal den Wärmedurchgang live messen = nicht aus Tabellen bestimmter Verlage .
siehe : Hydroprobieren
 
  • Altes Sandsteinhaus sanieren - Innendämmung/Wandheizung Beitrag #7
Stefanseiner

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Was das Thema Innendämmung und Feuchtigkeit angeht empfehle ich Mal dieses Video (es gibt drei Teile)

Und bzgl. Wärmespeicher dieses Video bzw. Beide Teile
 
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